Revolution – Transformationen - Globalisierung Russland 1917-2017

Revolution - Transformation - Globalisierung Russland 1917-2017

Revolution - Transformation - Globalisierung Russland 1917-2017

Gemeinsame Vorlesungsreihe des Osteuropa-Instituts der Freien Universität Berlin (OEI) und des Zentrums für Osteuropa- und Internationale Studien (ZOiS)

Wintersemester 2016/17. Termin: Dienstags 18 - 20 Uhr, Raum 21A, Ihnestraße 21

Die russische Revolution von 1917 hat ein Jahrhundert geprägt. Sie hat ein Gesellschafts- und Wirtschaftssystem geschaffen, das eine Alternative zum kapitalistischen Entwicklungsweg sein wollte.  Im Stalinismus nahm die sowjetische sozialistische Modernisierung aber einen spezifischen, von Gewalt bestimmten Charakter an, der bis heute nachwirkt. Die Herausbildung zweier große weltanschauliche Lager, die sich im „Kalten Krieg“ – und regional auch in „heißen Kriegen“ – gegenüberstanden, strukturierte Europa und die Welt neu. Das Scheitern der Sowjetunion am Ende des Jahrhunderts hat die Welt abermals verändert. Zunächst schien der Weg Russland in „den Westen“ unausweichlich. Doch das Land hat eine andere Richtung eingeschlagen. Mit der Wende zu Autoritarismus und Staatskapitalismus und mit dem Versuch, Russland als selbständigen zivilisatorischen und geopolitischen Pol in der Welt zu etablieren, ist seine politische Elite erneut dabei, die internationale Ordnung zu verändern.
Die Vorlesungsreihe beginnt mit der Russischen Revolution von 1917 und deren Vorbereitung als historischen Einschnitt mit weitreichenden, bis heute fortwirkenden Konsequenzen. Diese langanhaltenden sozioökonomischen, politischen und kulturellen Konsequenzen sollen in den Blick genommen werden. Sie werden in den Kontext der Imperiengeschichte gestellt, aber auch als Bruch verstanden, der neue Pfadabhängigkeiten geschaffen hat. Wir streben eine stark internationale Perspektive an, die den globalen Kontext der großen Krisen des Kapitalismus mit einbezieht.


Konzeptfragen


1.    Was sind die langfristigen Effekte der Russischen Revolution von 1917 auf die wirtschaftliche, gesellschaftliche, politische und kulturelle Entwicklung Osteuropas und anderer Weltregionen aus der Sicht 21. Jahrhunderts?
2.    Welche Kontinuität und Brüche lassen sich über die großen Systemwechsel in Russland feststellen und was ist aus den Anstrengungen der gewaltsamen Modernisierung in der Sowjetunion geworden?
3.    Wie lässt sich die Rückkehr zu autoritären Strukturen in Russland erklären?

Die Veranstaltungssprachen sind englisch oder deutsch.

Weitere Informationen

Programm

Russische Revolutionen als großes Experiment

  • 18 October 2016.       Einführung von Katharina Bluhm, FU Berlin, and Alexei Miller, CEU Budapest/Saint Petersburg Branch of RAS, Millera@ceu.edu. “The Imperial Aspects and Imperial Entanglements of Russian Revolutions”.
  • 25 Oktober 2016. Theocharis Grigoriadis, FU Berlin. “Industrialization and Social Conflict in the Russian Empire “.
  • 1 November 2016. Georg Witte, FU Berlin. „Die rhythmische Trommel“. Revolutionäre Körper und revolutionäre Sprachen zwischen Organisation und Ekstase“ 
  • 8 November 2016. Gertrud Pickhan, FU Berlin. „Russland-Bild westlicher Reisender in den 20/30er Jahre“.
  • 15 November 2016. Klaus Segbers, FU Berlin. „Die Oktoberrevolution als Große Projektion: Was sie alles nicht war“.

Nachholende Modernisierung, Modelltransfer und Systemkonkurrenz

  • 29 November 2016. Stephen Lovell, King’s College London, stephen.lovell@kcl.ac.uk. “Shadow of War”.
  • 6 December 2016. Sarah Ashwin, London School of Economics & Political Science, s.ashwin@lse.ac.uk. “The stalled Soviet Gender Revolution and Its Contemporary Consequences“
  • 13 December 2016. Andrii Portnov, Forum Transregional Studien, "How and Why the Soviet Union collapsed?!".
  • 3 January 2017. Steve Nafziger, Williams College, snafzige@williams.edu. “Was Everything Revolutionized? Long-run Economic Legacies of Imperial Russia “.

Transformation und die schrittweise Rückkehr zum Autoritarismus

  • 10 January 2017. Henry Hale, George Washington University, hhale@email.gwu.edu. “Hybrid Regimes “.
  • 17 January 2017. Burkhard Breig, FU Berlin. „Rechtskultur – Rechtsdenken in Russland, 1917 – 2017“.
  • 24 January 2017. Nikolaus Katzer, DHI Moskau, Nikolaus.Katzer@dhi-moskau.org. “Vor dem Jubiläum: Revolution, Geschichte und Gegenwart in Russland“.
  • 31 January 2017. Vladimir Gelman, European University at Saint Petersburg, vgelman@eu.spb.ru. „Temptations and Constraints of Authoritarian Modernization in Russia “.
  • 7 February 2017. Ulrich Schmid, University of Saint Gallen, ulrich.schmid@unisg.ch. „Konformismus, Dissidenz und Faszination durch die Macht: Verhaltensmodelle russischer Intellektueller zwischen 1917 und 2017“.
  • 14 February 2017. Panel Discussion, Andrei Melville (HSE Moscow, amelville@hse.ru), Gwendolyn Sasse (ZOiS; University of Oxford, gwendolyn.sasse@nuffield.ox.ac.uk), Alexander Libman (LMU München, alexander.libman@swp-berlin.org), und Katharina Bluhm (OEI) “What next for Russia: Return to the Imperial Past or New Answers to the Problem of Modernization?”.

Hier das Programm der Vorlesungsreihe als Übersicht im Programmflyer oder als Plakat.

Zeit und Ort

  • Jeden Dienstag, 18 bis 20 Uhr, 18. Oktober 2016 bis 14. Februar 2017:
  • Hörsaal 21A, Ihnestr.21, 14195 Berlin. U-Bhf Thielplatz oder U Oskar-Helene-Heim (U3)

 Kontakt

    • Katharina Bluhm, Dekanin des Osteuropa-Instituts, Garystr. 55, Raum 216, 14195 Berlin, Telefon: +49 30 838 52039, E-Mail: katharina.bluhm@fu-berlin.de