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Filmreihe: Roots and Routes

Filmreihe | 07. - 08.12.2016 | Osteuropa-Institut

© Freie Universität Berlin

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Im Rahmen des Seminars Roots and Routesveranstaltet der kulturwissenschaftliche Arbeitsbereich des Osteuropa-Instituts an vier ausgewählten Terminen vom 07.12.2016 - 08.02.2017 in diesem Wintersemester eine Filmreihe.  

In der semiotisch und diskursgeschichtlich geprägten neueren Kulturtheorie, und zusätzlich beeinflusst von den Postcolonial Studies, etablierte sich ein Begriff des Raums als einer politisch, sozial und sprachlich determinierten und veränderbaren Ordnung. Wie Erzählungen, von den antiken Mythen bis zum zeitgenössischen Roman und Film, solche Raumordnungen symbolisch repräsentieren und zugleich rekonfigurieren, und wie sehr ihre Handlungs- und Perspektivstrukturen selbst räumlich definiert sind, ist Gegenstand literaturwissenschaftlicher Forschungen. Erzählter Raum ist ein von Akteuren bewohnter und bewegter Raum. Er ist begangen und – im wörtlichen Sinne – „erfahren“. Migration ist eine individuelle und kollektive Praxis, die statische und essentialistische Raumvorstellungen subvertiert.  Auch für die Osteuropaforschung hatte die historische Relativierung „produzierter“ und „erfundener“ Raumordnungen erhebliche Konsequenzen. Ein dualistisches Europakonzept, das einen aufgeklärten und modernen Westen und einen vor- oder halbmodernen Osten gegeneinander in Stellung brachte, geriet in die Krise. Mit der Auflösung der bipolaren Blockordnung des Kalten Kriegs wurde die Notwendigkeit neuer, multipolarer und die innere Heterogenität Osteuropas reflektierender Raumkonzepte durch die historische Dynamik selbst diktiert. Literarische Erzählungen und Romane – sowie einige Filme - aus der postsozialistischen Epoche sollen darauf hin untersucht werden, inwiefern sich in ihnen solche Rekonfigurationen großer und kleiner Raumordnungen niederschlagen. Besonders in Sujets der Reise, des Durchfahrens, Wieder- und Neubefahrens von Räumen, sei es im mikroregionalen Maßstab einzelner Städte oder Provinzen, sei es im makroregionalen Maßstab transnationaler Routen, entstehen die neuen Erzählräume.

Alle Interessierten sind herzlich zu den Filmsichtungen eingeladen.


Das Programm:

07.12.2016: 18 Uhr

Ulrich Seidl: Import/Export, A/D/F 2007, 137 min

14.02.2016: 18 Uhr

Stanisław Mucha: Die Mitte, D 2004, 83 min

18.01.2017: 18 Uhr

Liev Schreiber: Alles ist erleuchtet, 2005 USA, 106 min

08.02.2017: 18 Uhr

Stephan Komandarev: Die Welt ist groß und Rettung lauert überall, 2008 BG/SI/HU/D, 105 min


Ort:

Garystraße 55, 14195 Berlin, Hörsaal 55B

Weitere Informationen finden Sie hier.

Schlagwörter

  • Polen, Deutschland, Projekt, Wissenschaft, Geschichte