18. Außenpolitische Jahrestagung - Krise des Westens: Die Verantwortung Europas für die liberale Weltordnung

Konferenz | 15.06.2017 | 15:30 - 19:30 | Heinrich-Böll-Stiftung

© Image courtesy of Stuart Miles at FreeDigitalPhotos.net

© Image courtesy of Stuart Miles at FreeDigitalPhotos.net

Als in den letzten Jahren immer häufiger zu hören war, die Welt sei aus den Fugen geraten, schienen die politischen Institutionen des Westens noch einigermaßen fest gefügt. Man konnte sogar hoffen, dass die westlichen Demokratien angesichts der Kriege und Turbulenzen in der Welt enger zusammenrücken würden. Stattdessen geraten die EU und die NATO als die wichtigsten dieser Institutionen selbst in schweres Fahrwasser. 

Die Wahl von Donald Trump hat die Fundamente transatlantischer Zusammenarbeit erschüttert. Was der „Brexit“ für das innere Gefüge der EU und Großbritanniens an Erschütterungen mit sich bringen wird, ist noch kaum abzusehen. Der Ausgang der Präsidentschaftswahlen in Frankreich ist ein Hoffnungszeichen für Europa, mehr aber noch nicht. Die Verantwortung Deutschlands für die Zukunft der EU wird eher größer, der Ruf nach Führung mischt sich mit Warnungen vor deutscher Dominanz. Der Austritt Großbritanniens und die starken nationalistisch-antiliberalen Strömungen in Europa machen die Suche nach dem inneren Gleichgewicht der EU schwieriger.

Schon bisher gab es Spannungen in der NATO, aber sie wurde als Institution doch nie ernsthaft in Frage gestellt. Offiziell wird das der neue Präsident der USA auch nicht tun, „America first“ könnte aber bedeuten, dass Fragen der internationalen Ordnung an die letzte Stelle rücken. Bisher ist nicht ersichtlich, dass Trump einen Unterschied zwischen Verbündeten und Gegnern der USA macht.

So oder so muss die EU eine aktivere Außen- und Sicherheitspolitik entwickeln – und das in einer Situation starker innerer Diskrepanzen.

Einige Leitfragen unserer Konferenz:

  • Hat der Westen als politischer Akteur noch eine Zukunft oder ist er nur nostalgische Erinnerung?
  • Wie hegen wir die Wiederkehr des Nationalismus ein? Ist ein „selektiver Multilateralismus“ eine realistische Perspektive für die internationale Politik?
  • Wie kann die EU ihre außen- und sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit stärken?
  • Erleben wir nach der Renaissance russischer Großmachtambitionen nun auch die Wiederkehr osmanischer Träume mit alten Gegensätzen und neuen Bündnissen?
  • Wie kann der deutsch-französische Motor wieder erfolgreich für Europa laufen?

Die Diskussion dieser Fragen bildet den öffentlichen Auftakt zur 18. Außenpolitischen Jahrestagung, die am 16. Juni 2017 im Rahmen einer Fachkonferenz mit geladenen Expert/innen fortgesetzt wird.

U. a. mit:

  • Charles A. Kupchan, Georgetown University, Washington DC
  • Anders Fogh Rasmussen, Ehem. NATO Generalsekretär, Kopenhagen
  • Vessela Tcherneva, European Council on Foreign Relations, Sofia
  • François Heisbourg, Foundation for Strategic Research, Paris
  • Franziska Brantner, FraktionB90/Die Grünen, Berlin
  • Sylke Tempel, Chefredakteurin Internationale Politik, Berlin
     

In Kooperation mit dem European Council on Foreign Relations (ECFR).

 

Hinweis: Die Veranstaltung wird als Livestream übertragen.
 



Anmeldung:


Zeit & Ort

15.06.2017  |  15:30 - 19:30

Heinrich-Böll-Stiftung
Schumannstr. 8
10117 Berlin

Weitere Informationen finden Sie hier.

Schlagwörter

  • Berlin
  • free
  • Germany
  • Heinrich-Böll-Stiftung
  • Nato
  • Russia