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Heilung oder Zersetzung? Zum gesellschaftspolitischen Kontext von Deutungsmustern zeitgenössischer russländischer Erinnerungspraktiken

Bildquelle: https://itsmycity.ru/2020-06-09/vandaly-zakleili-mesta-pod-tablichki-proekta-poslednego-adresa-listovkam

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Gastvortrag von Dr. Anke Giesen (MEMORIAL Deutschland)

Die Aufarbeitung der Traumata des 20. Jahrhunderts ist ein so umstrittenes Feld, dass sich seit einigen Jahren der Begriff “Memory Wars” durchgesetzt hat, um die Konflikte um angemessene Gedenkformen zu bezeichnen. Anke Giesen diskutiert in ihrem Vortrag am Beispiel des Gedenkens an die Opfer des GULag und an den Zweiten Weltkrieg die gedächtnispolitischen Auseinandersetzungen im heutigen Russland. Im Mittelpunkt stehen "Die Rückgabe der Namen" und "Die letzte Adresse" als Initiativen der GULag-Erinnerung sowie "Das unsterbliche Regiment", eine Organisation, die u.a. mit jährlichen Umzügen zum 9. Mai hervorgetreten ist. Welche Gründe und Hintergründe führten dazu, dass die beiden erstgenannten Projekte vom Staat massiv behindert werden, während die letztgenannte seit ihrer Gründungn zunehmend staatlich gefördert und vereinnahmt wurde? Zu diesen Fragen wird Anke Giesen ihre Thesen vorstellen.

Dr. Anke Giesen ist Mitglied im Vorstand von MEMORIAL Deutschland und Referentin der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, wo sie auch die Sädtepartnerschaft Berlin-Moskau betreut. 

Der Vortrag findet im Rahmen des Seminar “Einführung in die Kulturgeschichte: Medien, Akteure, Praktiken” statt. Eine Teilnahme ist per Webex möglich: HIER klicken.

Zeit & Ort

02.02.2021

10:00 Uhr ct.