Mediothek des Osteuropa-Instituts
Regie: Tamara Stepanyan
Genre: Dokumentation
Jahr: 2025
Sprachfassung: Armenisch mit deutschen Untertiteln
Dauer: 74 Minuten
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Synopsis:
Dreimal hat Tamara Stepanyan das armenische Kino neu entdeckt. Zunächst als Kind im heimischen Wohnzimmer, mit der ganzen Familie. Ihre Mutter war eine virtuose Cellistin, und ihr Vater ein berühmter Schauspieler: Vigen Stepanyan spielte oft in den Filmen mit, die Tamara damals im Fernsehen schaute. Ausgehend von dieser ersten, kindlichen Entdeckung beschreibt Stepanyan das Aufwachsen in einer künstlerischen, kritischen Familie in jenen Jahren, in denen die Sowjetunion langsam zerfällt. Die Familie emigriert zunächst nach Libanon; Stepanyan zieht später weiter nach Frankreich und studiert Regie. Dort entdeckt sie das Kino aus einer zweiten, von filmischer Neugierde, akademischem Interesse und handwerklicher Expertise geprägten Perspektive.
Als ihr Vater im Jahr 2020 unerwartet verstirbt und alle Gespräche, für die eigentlich noch viel Zeit hätte sein sollen, abrupt verstummen, beschließt Stepanyan, den Dialog mit ihm anhand von filmischem Material fortzuführen – und entdeckt das armenische Kino so zum dritten Mal neu. Die Erinnerung führt sie in einen Austausch auch mit anderen „Gespenstern“ – ihren in der Filmindustrie tätigen Großeltern und Freunden ihres Vaters, darunter Schauspieler und Filmemacher.
Stepanyan kombiniert dabei privates Bildmaterial mit Filmzitaten aus verschiedenen Epochen des armenischen Kinos und verwebt so ihre Erinnerungen, ihre Trauerarbeit und filmhistorische Analysen zu einem feinen, persönlichen Essay über Gedächtnis, Zugehörigkeit, den Einfluss politischer Systeme auf künstlerisches Schaffen und ihren eigenen Platz in der Tradition des armenischen Kinos.
Mehr zu den Filmen des MonatsFestival-Empfehlung: Gegen das Scheitern. Georgischer Film im ACUDkino
In den 1920ern entwarf die Avantgarde der georgischen Filmschaffenden die Utopie eines geeinten, friedlichen Kaukasus. Heute scheint diese Vision in unerreichbare Weite gerückt zu sein. Das Filmfestival Gegen das Scheitern (26.02. – 04.03.) unterzieht den Kaukasus einer kritischen Betrachtung. Zu sehen sind eine Retrospektive auf das Werk Levan Tutberidzes, sowie Dokumentarfilme zeitgenössischer Filmemacher*innen: Tekla Aslanishvili, Andro Dadiani, Saba Dolikashvili und Dominik Gasser aus Deutschland.
Der Kaukasus erscheint hier als Terrain an der Schnittstelle zwischen „Ost“ und „West“, das unwiderruflich von fatalen Widersprüchen zerrissen und von geopolitischen Machtkämpfen durchdrungen ist. Alle Filme beschäftigen sich auf unterschiedliche Art und Weise mit den langfristigen Folgen: wirtschaftliche Instabilität, korrupte Regierungen, Wellen des Nationalismus, militärische Konflikte, ökologische Fehltritte und ideologisch stark polarisierte Gesellschaften. Weitere Informationen gibt es bei e-mERGING artiSTS und auf der Seite des ACUDkinos.
Wann? 26. Februar - 04. März 2026. Wo? ACUDkino, Veteranenstraße 21, 10119 Berlin.
Filmspecial Ukraine der Mediothek:
Die Mediothek des Osteuropa Instituts sammelt im Rahmen des Ukrainespecials Dokumentar- und Spielfilme, die nach dem russischen Angriffskrieg von ukrainischen und weiteren mittel- und osteuropäischen FilmemacherInnen, von internationalen Filmfestivals und Filminstitutionen im kostenlosen Onlinestream veröffentlicht wurden.
Die Filmauswahl wird regelmäßig mit neuen Streamingangeboten ergänzt und bietet einen kritischen und vielseitigen filmischen Zugang zu den aktuellen Erreignissen in der Ukraine und in der Region.







