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Gedenktafel für Gerhard Klein eingeweiht

Seit dem 14. November 2019 erinnert eine Gedenktafel an Gerahrd Klein, den ehemaligen Betreiber des Kinos "Capitol Dahlem". Gertrud Pickhan machte die Anwesenden der Eröffnungsfeier mit der Biographie Kleins vertraut.

News vom 13.02.2020

Lange Zeit erinnerte nichts an den vormaligen Betreiber des "Capitol Dahlem" und dessen bewegte und dramatische Lebensgeschichte. Mit einer vom Aktiven Museum und dem Osteuropa-Institut organisierten Feierstunde wurde die Erinnerung an Gerhard Klein am Ort seines langjährigen Wirkens ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt. Am 14. November 2019, dem 20. Todestag Gerhard Kleins, wurde die Einweihung der Gedenktafel von Gertrud Pickhan mit einem Rückblick auf Kleins Leben eingeleitet.

Gerhard Klein Leben ist West-Berliner und jüdische Stadtgeschichte. Bereits als Kind hatte er mit dem Film zu tun. Seine Schauspielkarriere wurde jedoch jäh durch die Nationalsozialisten abgebrochen. Am 28. Oktober 1938 wurde Klein im Zuge der sogenannten "Polenaktion" zusammen mit seinem Vater und seinem Bruder gewaltsam zur Ausreis gezwungen. Damals wurden 17.000 Juden polnischer Staatsangehörigkeit von den deutschen Behörden des Landes verwiesen und an die deutsch-polnische Grenze verschleppt. Gertrud Pickhan und Alina Bothe entwickelten bis 2018 die Ausstellung "Ausgewiesen! Berlin, 28.10.1938. Die Geschichte der ,Polenaktion'" zur bislang wenig erforschten Ausweisung, wobei Studierende bei den Recherchen, unter anderem zur Familie Klein, mitarbeiteten.

1939 floh Klein nach Palästina, während seine Eltern vermutlich im Vernichtungslager Treblinka ermordet wurden. In Tel Aviv gründete er ein Theater, zog jedoch bereits 1952 wieder nach Berlin. Hier kaufte er das "Capitol Dahlem" und machte es bis 1986 zu einer kulturellen Instiution West-Berlins.

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