Martin Wagner

Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin
Geschichte Ost- und Ostmitteleuropas
Gastwissenschaftler
| Seit 9/2025 | Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel; Assoziierter Wissenschaftler am Arbeitsbereich Geschichte des Osteuropa-Instituts, Freie Universität Berlin |
| 1/2023-8/2025 | Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Arbeitsbereich Geschichte des Osteuropa-Instituts, Freie Universität Berlin |
| 4–10/2024 | Elternzeit |
| Seit 2020 |
Redakteur für Geschichte Osteuropas bei H-Soz-Kult |
| 2023 | Promotion, Humboldt-Universität zu Berlin – Titel der Dissertation: „Kollektive Disziplinierung. Die Transformation totalitärer Herrschaft nach Stalin und Mao“; Forschungsaufenthalte in Moskau, St. Petersburg, Princeton und Hongkong; Tiburtius-Preis der Berliner Hochschulen 2024; Max-Weber-Preis für Nachwuchsforschung des Max-Weber-Kollegs der Universität Erfurt 2024 |
| 5/2018–12/2022 | Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Geschichte Osteuropas, Institut für Geschichtswissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin |
| 2018 | M.A. in Chinastudien, Freie Universität Berlin |
| 2017 | M.A. in Moderner Europäischer Geschichte, Humboldt-Universität zu Berlin; Humboldt-Preis für die Masterarbeit |
| 9/2016–7/2017 | Studien- und Forschungsaufenthalt an der Higher School of Economics Moscow |
| 2014 | B.A. in Geschichte und Sozialwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin; währenddessen Gasthörer der Sinologie |
| 9/2012–8/2013 | Studienaufenthalt an der Peking Universität |
Sommersemester 2025
13247 (Seminar) - Die Russische Revolution als globales Ereignis (Do 8-10)
31203 (Seminar) - „Der Balkan beginnt am Wiener Rennweg“. Österreich-Ungarn als Vielvölkerimperium, 1867-1918 (Do 10-12)
Wintersemester 2024/25
31201 (Einführungskurs) - Osteuropa. Einführung in die Area Studies (Do 8-10)
31205 (Seminar) - Imperial Encounters: Russia, Japan, and China Scramble for Manchuria, 1850-1950 (Do 10-12)
Wintersemester 2023/24
31102 (Projektseminar) - Energie(n) und Ressourcen in Osteuropa (Fr 10-12)
31203 (Seminar) - Geschichte ist Gegenwart. Staat und Nation in der Ukraine (Do 10-12)
Sommersemester 2023
31203 (Seminar) - Feindstudien. Ost(mittel)europas Kommunisten beobachten China, 1969-1989 (Di 16-18)
13196 (Seminar) - Stalinismus. Dimensionen und Deutungen (Di 10-12)
Wintersemester 2022/23
31205 (Vertiefungsseminar) Moskau und Peking. Eine Beziehungsgeschichte 1689-2022 (Di 16-18)
Forschungsschwerpunkte (research focus)
- Russland/Sowjetunion und China im 19. und 20. Jahrhundert
- Transnationale und vergleichende Geschichte autoritärer Herrschaft
- Die post-totalitäre Transformation nach Stalin und Mao
- Diplomatiegeschichte der sino-sowjetischen Beziehungen
Forschungsprojekte
Mit Sören Urbansky: China und Russland. Kurze Geschichte einer langen Beziehung
In vier Jahrhunderten Nachbarschaft haben die Beziehungen zwischen China und Russland viel Licht und Schatten gesehen. Die Zeit der Glücksmomente war kurz. Sie endete oft unverhofft. Russland und China waren einander dabei ein stetes Gegenüber; ein Gegenüber, dem sie sich – ganz gleich ob in Freundschaft, Gleichgültigkeit oder Feindschaft – nicht entziehen konnten. Denn als imperiale Großreiche, sozialistische Supermächte, autoritäre Gewaltregime glichen sie einander, verglichen einander, konkurrierten und kooperierten, waren in Annäherung getrennt, in Abgrenzung geeint.
Vom Jahr 1689, als sie die gemeinsame Territorialgrenze zogen, bis in die Gegenwart des Jahres 2022, als sie territoriale und symbolische Grenzen überschritten, verband Russland und China eine wechselvolle Geschichte. Diese Interaktion war stets mehr als die Summe außenpolitischer Entscheidungen und diplomatischer Vereinbarungen. Sie ist die Geschichte von Wahrnehmungen und Einflüssen, vom Abarbeiten „am Anderen“ und zuweilen der Übernahme ins Eigene.
Promotion: Kollektive Disziplinierung. Die Transformation totalitärer Herrschaft nach Stalin und Mao
Totalitäre Regime können sich von innen heraus verändern und selbst mäßigen, sie können Gewalt und Willkür einhegen, die Allmacht des Einzelnen eingrenzen, und ihre Beziehung zu den Beherrschten neu begründen. Die poststalinistische Sowjetunion und das postmaoistische China sind zwei Beispiele dafür, wie der Terror aus dem Leben der Menschen verschwinden konnte, weil die Täter von einst nicht mehr in jener Ordnung leben wollten, an deren Schaffung sie selbst beteiligt gewesen waren.
Mit dem Tod Stalins im März 1953 und Mao Zedongs im September 1976 kam der Massenterror an ein Ende, nicht aber die Systeme, in deren Namen die Führer Furcht und Schrecken verbreitet hatten. Wie konnten die Gefolgsleute Stalins und Maos der Gewalt ein Ende setzen, ohne das Herrschaftssystem zu verändern? Und wie gelang es den Nachfolgern der Tyrannen, untereinander Frieden zu halten?
Sowohl in der Sowjetunion als auch im China vollzog sich der Herrschaftswandel von der Alleinherrschaft zu einer autoritären Ordnung im Modus der Krisenbewältigung einer so genannten „kollektiven Führung“. Wie unterschieden sich die Antworten, die die Erben der Macht in der Sowjetunion und China auf diese Herausforderung fanden? Lernten Moskaus und Beijings Reformer voneinander, grenzten sie sich voneinander ab?




