Erfahrung

KZ-Erfahrung und Prozesse biographischer Sinnbildung. Zur Entwicklung kommunikativer Tradierungsmuster bei Überlebenden des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück

 

Gefördert von der DFG

Leiter: Prof. Dr. Holm Sundhaussen

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:

Dr. Ramona Saavedra Santis

Laufzeit: 2/2004-1/2006

 

Der Zweite Weltkrieg und der Sieg über Deutschland war in der Sowjetunion ein zentraler Bestandteil des gesellschaftlichen Selbstverständnisses. Auch nach dem Zerfall des Staates prägen die nachhaltig internalisierten Denkschemata und Topoi die individuellen wie kollektiven Erinnerungsmuster und bedingen die fortgesetzte gesellschaftliche Stigmatisierung der Gruppen, die in diese Gedankenfiguren nicht hineinpassen. Im Rahmen des Projekts werden am Beispiel der sowjetischen Überlebenden des Frauen- Konzentrationslagers Ravensbrück, einem Personenkreis, der massiver Traumatisierung sowie dauerhafter gesellschaftlicher Negierung und Tabuisierung ausgesetzt gewesen ist, Zusammenhänge zwischen der KZ-Erfahrung und dem Verlauf der biographischen Sinnbildung untersucht. Neben der Sozialgeschichte dieser Gruppe während der Haft und als "Repatriantinnen" in der sowjetischen Nachkriegsgesellschaft soll die Generierung gruppenspezifischer Erinnerungsstrategien und Konstituierung gemeinsam geteilter Tradierungsmuster erforscht werden. Im Kontext der Basisoperationen der historischen Methode werden Untersuchungsstrategien der soziologischen und ethnologischen Biographie- und Gedächtnisforschung einbezogen. Überlieferte Erinnerungsartikulationen der. Überlebenden und aktuelle empirische Erhebungen bilden die Materialgrundlage und werden mit der Auswertung dokumentarischer Quellen und Literatur begleitet.

 

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