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Studienjahr 2025/26 "Mobilitätsperspektiven in Osteuropa"

Link zu den Projektberichten

Das Thema Mobilität – einst ein zentrales Versprechen der postkommunistischen Transformation, wonach sozialer Aufstieg in einer demokratischen und marktwirtschaftlich geprägten Gesellschaft leichter gelingen sollte – bildete für uns zunächst einen eher eng gefassten Ausgangspunkt. Als Dozierende dachten wir dabei primär an soziale Mobilität im Sinne von Aufstiegschancen sowie an geographische Mobilität, insbesondere Migration, und orientierten uns an etablierten akademischen Diskursen zu diesen Aspekten.

Doch auch in diesem Jahr entwickelten die Studierenden ihre Projekte in thematische Richtungen, die von großer sozialer Sensibilität zeugen und den engen akademischen Rahmen deutlich sprengen. Sie widmeten sich erneut politisch Verfolgten und sozial Marginalisierten – etwa fliehenden politischen Dissident:innen aus Turkmenistan, prekär lebenden Studierenden in Prag oder Geflüchteten, die versuchen, über die polnisch-belarusische Grenze in die EU zu gelangen.

Besonders hervorzuheben ist, dass im akademischen Jahr 2025/26 stärker als in früheren Jahren mit Ausstellungsformaten experimentiert wurde: Drei von sechs Projektseminargruppen organisierten eigene Ausstellungen, für die sie relevante Partnerorganisationen und Künstler:innen gewinnen konnten. Gruppen, die zu Migration aus Armenien nach Deutschland, zur Erinnerung an Zwangsumsiedlungen in Kasachstan sowie zur Unterdrückung von Protesten in Georgien forschten, überzeugten sowohl private als auch öffentliche Einrichtungen und Kunstschaffende von ihren Projekten und realisierten mehrtägige Ausstellungen inklusive Auftaktveranstaltungen und Filmvorführungen.

Diese Broschüre dokumentiert die ambitionierten und gelungenen Projekte der Studierenden und bietet Einblicke in ihre inhaltliche Vielfalt und gesellschaftliche Relevanz. Sie erinnert zugleich daran, dass aus studentischer Sicht vielleicht die wichtigste Erfahrung nicht allein in der Entwicklung und Umsetzung von Forschungsthemen lag, sondern im gemeinsamen Arbeiten: im Austausch von Ideen, in der teamorientierten Zusammenarbeit – mit all ihren Herausforderungen, aber auch mit bereichernden und motivierenden Momenten.  

Besonders bereichernd war vielleicht unsere Auftaktveranstaltung – die Exkursion nach Poznań – nicht zuletzt dank der umfassenden Unterstützung durch unsere Partner und Freunde vor Ort. An dieser Stelle gilt daher ein herzlicher Dank an Przemysław Płuciński von der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań für seine freundliche Unterstützung und Begleitung unserer Studierendengruppe.