„Leben mit dem Rohr“. Transformationen, Zirkulationen und Topografien von Energieinfrastrukturen im östlichen Europa
Mathilde Stangenberger (Dissertationsprojekt)
Das Dissertationsprojekt untersucht, inwiefern sich Pipelines als materielle Objekte ideell und kulturell manifestieren und welche Narrative und Praktiken dabei bedient und produziert werden. Den Überlegungen liegt die Prämisse zugrunde, dass mit Pipelines neben dem Energietransport auch gesellschaftliche Vorstellungen in Wechselwirkung mit kulturellen Praktiken, Arbeits- sowie Geschlechterverhältnissen entstehen. Dabei legt das Projekt vor allem einen Fokus auf die transformativen, zirkulativen und topografischen Charakteristika von Pipelines. So wird eine multiperspektivische Betrachtung von Pipelines möglich, die ihre Materialität und Gemachtheit adressiert und zugleich über diese physische Dimension hinausgeht. Das Projekt konzentriert sich neben den Pipelines „Sojuz“ und „Urengoj-Pomary-Užgorod“ insbesondere auf die Transgas-Pipeline, die u. a. durch die Slowakei und Tschechien führt. In diesem Spektrum geraten unterschiedliche politische und kulturelle Konfigurationen rund um Pipelines zwischen Ost und West in den Blick.

