Vortrag von Susan Reid: A Modern Paradies for Children. The Pionieer Palace in Moscow 1958-1962.

30.06.2015 | 18:00
Detail des großformatigen Mosaiks der Eingangsfront zum Pionierpalast.

Detail des großformatigen Mosaiks der Eingangsfront zum Pionierpalast.

Einem Bild Moskaus nährt sich die kulturwissenschaftliche Abteilung dieses Sommersemester unter architektur- und planungshistorischen, film- und musikwissenschaftlichen Aspekten im mehrfachen Sinne von realer Topographie, Imagination und symbolischer Aufladung des städtischen Raums. An ausgewählten Terminen führt die Veranstaltungsreihe "Stadt.Bild.Moskau" mit Vorträgen, Filmen und Gesprächen in zeitlicher Perspektive von der Hauptstadt der Sowjetunion bis zur globalisierten Mega-City der Gegenwart.

In diesem Rahmen lädt die kulturwisschenschaftliche Abteilung alle Interessierten zum Vortrag von Susan Reid (Sheffield) ein: A Modern Paradies for Children. The Pionieer Palace in Moscow 1958-1962.

Nach der Lehrtätigkeit für Kunstgeschichte an der Sheffield Hallam University und der Northumbria University ist Susan E Reid heute Professorin für Russian Visual Culture am Institut für Russisch und Slawistik der University of Sheffield. Hier entwickelte sie Lehre und initiiert Forschungen zur russischen und sowjetischen Kunstgeschichte und Architektur des 19. und 20. Jahrhunderts wo sie auch 2012 das Centre for Visual Studies gründete. In ihrer Forschung konzentriert sich Susan E Reid auf die 1950er und 1960er Jahre der Sowjetära und fokussiert ihre Arbeit dabei auf zwei sich ergänzende Bereiche - Kunstgeschichte der UdSSR und die Alltagskultur, die materielle Kultur, das Design und das Konsumverhalten der Bürger.
In einer Zeit des Machtwechsels in Moskau mit Auswirkungen auf das Motiv der Architektur. Eine „zweite Moderne“ - eine Rückbesinnung auf klare Linien und schlichte Funktionalität. Moskaus Wohnungsnot sollte dabei mit Chruschtschows Plattenbauten entspannt werden in denen viele Sowjetbürger ihre ersten eigenen vier Wände beziehen konnten. Der Wechsel war auch im öffentlichen Raum zu erkennen: 1962 wird in Moskau noch ein Palast gebaut doch dessen Architektur lässt das nicht mehr erkennen. Moskaus Pionierpalast als Wiederentdeckung des (sozialen) Konstruktivismus?


Zeit & Ort

30.06.2015 | 18:00

Osteuropa-Institut, Garystraße 55, 14195 Berlin, Raum 121

Zur Website des Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft
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