Das revolutionäre Momentum – Wandel und/als Beschleunigung in Osteuropa

07.11.2017 | 19:17
AN UNSERE FREUNDE

AN UNSERE FREUNDE
Bildquelle: Flyerausschnitt der Vernastaltungsreihe 
Design S. Loibl & C. Amm

Der kulturwissenschaftliche Arbeitsbereich des Osteuropa-Instituts lädt Sie herzlich ein zur langen Nacht der Revolution, der Auftakt der Veranstaltungsreihe AN UNSERE FREUNDE (07.11.-17.11.2017).

Unter dem Titel „Das revolutionäre Momentum – Wandel und/als Beschleunigung in Osteuropa" steht der erste Abend mit Kateryna Mishchenko* (Kiev) und Magdalena Kallenberger* (Berlin/Kairo) und findet am Dienstag, den 07.11. 2017 um 19:17 Uhr, UdK Berlin (Hardenbergstr. 33; R 201) statt.
Der Eintritt ist frei. 

Den Bannerträgern der Oktoberrevolution galt der Film als das revolutionäre Medium schlechthin. Mit Hilfe von sogenannten Agitzügen wurde die revolutionäre Propaganda und Programmatik bis in die hintersten Winkel des vom Bürgerkrieg erschütterten Imperiums getragen, um den Funken der revolutionären Begeisterung zum eigentlichen Subjekt der Revolution, den unterdrückten Arbeitern und Bauern, zu tragen. Revolution und Film verweisen von Beginn an aufeinander: Der Film ist Teil der Revolution und die Revolution als Ereignis wird sichtbar und verstehbar im Film.

Unsere Veranstaltung widmet sich der Frage, was genau das revolutionäre Momentum im Film bedeuten kann. Was kennzeichnet eine revolutionäre Situation? In welchen Kraftfeldern bewegen sich die beteiligten Akteure? Welches Zeitverständnis dominiert? Wie wird die Revolution – insbesondere filmisch – repräsentiert? Im Rahmen eines vergleichenden Parforceritts durch die knapp hundertjährige Geschichte der filmischen Dokumentation von Revolutionen in Osteuropa möchte die Veranstaltung dazu einladen, sich von Ästhetik und Epistemik der Revolution irritieren und überraschen zu lassen und einen neuen Blick auf die Möglichkeit gesellschaftlicher Wandlungsbeschleunigung zu entwickeln.

* Kateryna Mishchenko lebt als Autorin, Herausgeberin und Übersetzerin aus dem Deutschen in Kiew. Sie ist Mitbegründerin des ukrainischen Verlages „Medusa“, unterrichtete Literaturgeschichte an der Nationalen linguistischen Universität Kiew und veröffentlichte u.a. auf Deutsch die Essays „Der Schwarze Kreis“ in dem Sammelband „Euromaidan. Was in der Ukraine auf dem Spiel steht“ und „Stille Aktion“ im Band „Testfall Ukraine“, die 2014 im Suhrkamp Verlag erschienen.

* Magdalena Kallenberger arbeitet als Medienkünstlerin in Berlin und Kairo. Nach ihrem Studium an der UdK Berlin beschäftigte sie sich im Rahmen verschiedener künstlerischer Forschungsprojekte als DAAD Stipendiatin in Teheran/Iran mit der Darstellbarkeit von Revolution im Film. Von 2010-2017 lebte und arbeitete sie in Kairo und lehrte u.a. als Dozentin für Mediakonzeption und Film an der German University in Cairo und der UdK Berlin. Nach der Leitung des Media Design Departments der GUC Cairo war sie 2016-2017 Professor of Practice im Visual Arts Program der American University in Cairo.

Zeit & Ort

07.11.2017 | 19:17

Universität der Künste
Hardenbergerstr. 33, R 201
10623 Berlin

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