Im Angesicht der Kamera - Felix Leffrank und Clemens von Wedemeyer

16.02.2017 | 14:00
Samuel Bekett. "Film" 1965

Samuel Bekett. "Film" 1965

Der Arbeitsbereich Kultur des Osteuropa-Instituts freut sich an dieser Stelle auf eine Veranstaltung einer ehemaligen Mitarbeiterin Elena Vogman hinzuweisen:
Im Rahmen ihres Seminars „Inhumane Gesichter. Anthropologische Praktiken in Literatur, Philosophie und Film“ am Institut für AVL präsentieren am Donnerstag, den 16. Februar, 14h-16h (Raum KL 32/123) die Künstler Felix Leffrank und Clemens von Wedemeyer konkrete wie theoretische Einsichten in das gegenseitige Spiel von Gesicht und Kamera. 
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.  

Felix Leffrank gibt einen Einblick in seine Arbeit zum Kuleshov-Effekt und dem Reaction Shot. Der sowjetische Filmpionier Kuleschow hatte mit seinem Experiment gezeigt, wie ein Gesicht zur Projektionsfläche wird, wenn die eigenen Erwartungen dem Lesen der Mimik im Weg stehen. Zwischen mitreißenden Affekten expressiver Mimik und dem Gesicht als Freiraum für Interpretation pendelt die Montageeinheit Reaction Shot. Was ist ihre narrative Funktion? Neben Beispielen aus Film, Fernsehen und Internet zeigt Leffrank seine neue Videoarbeit zu diesem Thema.

Felix Leffrank studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Seine Videoarbeiten sind ein Hybrid aus Interview, Performance, Spielfilm und Theater. Oft greift er demonstrativ in das Setting ein um die Rolle des Regisseurs und entsprechende gesellschaftliche Rollen zu thematisieren. 

Ebenso auf den Kuleschow-Effekt verweisen wird Clemens von Wedemeyer mit einer Sichtung von Samuel Becketts „Film“ (1965) in vergleichender Analyse zum gleichnamigen Filmskript. Im Mittelpunkt steht das Thema des Films: „esse est percipi“ – Sein ist wahrgenommen werden (Berkeley). Es werden künstlerische Entscheidungen Becketts anhand folgender Thesen erörtert: Das Gesicht reduziert sich zum Auge. Die Kamera wird zum Gesicht des Betrachters. Exkurse gelten der Frage des subjektiven Blicks und der Kamera im anthropologischen Film: Die Kamera als Maske.

Clemens von Wedemeyer ist Künstler und seit 2013 Professor für Medienkunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen internationalen Ausstellungen gezeigt und seine Filme waren auf diversen Filmfestivals zu sehen, zuletzt u. a.: Forum Expanded, Berlin (2016); Filmfestival Diagonale, Graz (2016); dOCUMENTA (13), Kassel (2012); Der Neue Berliner Kunstverein, Berlin (2016); Kunsthalle Hamburg (2016) u.a.

Zeit & Ort

16.02.2017 | 14:00

Peter Szondi Institut für AVL
Habelschwerdter Allee 45,
Raum: KL 32/123

Weitere Informationen

Seminarleitung Elena Vogman

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