Vortrag Matthias Schwartz: Wunderdinge und Glücksmaschinen. Fortschrittsvisionen in sowjetischer Science Fiction

10.02.2015 | 18:30 s.t
Der Vortrag findet im Rahmen der Ausstellung "In 80 Tagen um die Welt" statt.

Der Vortrag findet im Rahmen der Ausstellung "In 80 Tagen um die Welt" statt.

Das Osteuropa-Institut freut sich an dieser Stelle auf den Vortrag eines ehemaligen Mitarbeiters hinzuweisen.

Die Oktoberrevolution versprach 1917 in Russland eine neue Menschheitsepoche
einzuleiten. In 80 Tagen um die Welt zu reisen und exotische Dinge von der
kolonialen Peripherie mitzubringen, sollte nicht mehr ein Vergnügen weniger
Privilegierter sein. Technischer Fortschritt und globale Kommunikationswege
sollten allen dienen. Die klassenlose Gesellschaft versprach, die Ausbeutung des
Menschen durch den Menschen zu beenden, und statt dessen die Natur, die
Maschinen, die Dinge untertan zu machen. Je mehr jedoch das utopische Ziel einer
neuen Menschheit verloren ging, desto stärker hoffte man mit Hilfe
revolutionärer Erfindungen und Entdeckungen, durch Glücksmaschinen und
Wunderdinge ein besseres Leben zu errichten. Das Medium, in dem solche populären
Hoffnungen fantastische Gestalt annahmen, war die Science Fiction. Doch sie
verhandelte gleichzeitig immer auch deren ambivalente Schattenseiten. So lässt
sich anhand unheimlicher, rätselhafter, häufig aus fernen Welten kommender
Objekte – angefangen vom futuristischen »Aufstand der Dinge« bis zum mystischen
»Raum der Wünsche« in Andrej Tarkovskijs Film »Stalker« – eine
Faszinationsgeschichte sozialistischer Zukunftsvisionen und ihres sukzessiven
Scheiterns erzählen.

Interessierte sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Zeit & Ort

10.02.2015 | 18:30 s.t

Museum für Kommunikation, Leipziger Str. 16, 10117 Berlin-Mitte

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