Petrofikation

(31705HU)

TypSeminar
Dozent/inTorben Philipp
InstitutionHumboldt-Universität
Webadresse
SpracheDeutsch
RaumDorotheenstraße 24 (HU Berlin) 1.605
Beginn21.04.2016 | 14:00
Zeit

Do, 14:00-16:00

Erdöl spielt nicht nur eine ökonomisch fundamentale Rolle als Energieressource für die russische Volkswirtschaft, sondern besitzt zugleich eine wichtige symbolische Dimension bei der Ausprägung der nationalen Identität, kultureller Selbstbeschreibungen oder ideologischer Debatten. Dabei gehen wir davon aus, dass natürliche Ressourcen (wie Öl, Metalle, Wasser, Kohle etc.) in erheblichem am Design von politischen, sozialen und ästhetischen Ordnungen teilhaben.

Im Seminar wollen wir Russland als eine Petrokultur analysieren: Was lässt sich vom Öl „wissen“, sagen und zeigen? Was sind die großen Erzählungen und Metaphernfelder, die um Energieressourcen etabliert werden, und auf welchen Schauplätzen erscheinen diese? Und weiter noch: Welche Relationen lassen sich zwischen Natur und Kultur anhand von Ressourcen beobachten? Auf einem ästhetischen Level stehen die Repräsentationspraktiken von Rohstoffen, Naturelementen oder organischer Materie zur Debatte.

Im Seminar werden Texte, Filme und visuelles Material behandelt, die sich in den letzten etwa 100 Jahren mit Erdöl auseinandergesetzt haben. Dabei werden einige Klassiker wie Pelevin, Gor’kij, Končalovskij oder Ažaev behandelt, aber auch ganz aktuelle Texte wie Iličevskijs Erdöl-Epos „Pers“ diskutiert.

Das Seminar wird von der Vorlesungsreihe WissenschaftLiteratur begleitet, die in diesem Semester den Schwerpunkt RessourcenKulturen besitzt (Mi 18-20). Ein Besuch einiger Vorträge ist für SE-TeilnehmerInnen obligatorisch.

Zur Vorbereitung u.a. empfohlen:

Aleksandr Iličevskij: Pers (2009), dt. Der Perser (2016); Douglas Rogers: The Depths of Russia. Oil, Power, and Culture after Socialism (2015).

Zur Website des Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft
Zur Mediothek des Osteuropainstituts