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Lernwerkstatt: Das Meer der beweglichen Grenzen: 25 Jahre nach Ende des Ost-West-Konflikts

(31801)

TypLernwerkstatt
Dozent/inCosima Glahn
RaumGarystraße 55 Hörsaal 55
Beginn22.04.2016 | 10:00
Zeit

Fr 10:00-14:00

Kaum eine Region hat das Selbstverständnis Europas und seiner Grenzen so herausgefordert wie das Schwarze Meer. Das "ungastliche Meer" war in der griechischen Antike Inbegriff des Fremden, des am Ende der zivilisierten Welt gelegenen Raums, dessen Küsten von "barbarischen" Reiternomaden bevölkert waren. In der jüngeren Zeitgeschichte war es ein toter Raum zwischen den westlichen und östlichen Machtblöcken des Kalten Kriegs. Hier verliefen die Grenzen zwischen den Militärblöcken, etwa zwischen dem NATO-Mitglied Türkei und dem sowjetischen Georgien oder dem sozialistischen Rumänien. Als diese Grenzen in den 1990er Jahren durchlässig wurden, entwickelte sich das Schwarze Meer wieder zu einer intensiven Zone kultureller, sozialer und politischer Verbindungen (zum Beispiel zwischen christlich und muslimisch geprägten Kulturen oder mit der Gründung der Organisation of the Black Sea Economic Cooperation), aber auch neuer Nationalismen und Regionalismen. Die Europäische Union hat sich mit ihren neuen Mitgliedstaaten zum Anrainer des Schwarzen Meers gemacht und steht dort in Konkurrenz zur Eurasischen Wirtschaftsunion. Schließlich liegt das Schwarze Meer heute im geopolitischen Epizentrum neuer kriegerischer Konflikte (man denke nur an die immense Bedeutung der Schwarzmeerküste und der Krim im aktuellen Ukrainekonflikt). 25 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs befindet sich die Region weiterhin im Wandel. Die einzelnen Staaten durchlaufen einen Selbstfindungsprozess zwischen Demokratisierung, möglicher EU-Mitgliedschaft oder einer Abgrenzung zu der gesamteuropäischen Institution und ihren Mitgliedsstaaten. Welche Zugkraft hat ein alternatives Integrationsmodell wie bspw. die Eurasische Union? Wie positionieren sich also die verschiedenen Staaten und warum? Wie sehen sich die Region und ihre Bewohner/innen heute? Was wünschen sie sich für ihre Zukunft, für ein friedliches Zusammenleben? Welchen Handlungsbedarf sehen sie? Wie sollte künftig eine (EU-) Schwarzmeer-Politik aussehen, nicht zuletzt, um aktuelle Konflikte zu lösen und zukünftige zu verhindern? Die Projekte der Lernwerkstatt sollen, gerne auf der Grundlage von Exkursionen, dieser veränderten Rolle des Schwarzen Meers als einer Zwischen-Zone sowie der Rolle der EU (insbes. der mittel- und osteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten) in der Region 25 Jahre nach Ende des Ost-West-Konflikts nachgehen. Wirtschaftsentwicklung, Tourismus, Handelsbeziehungen, Umwelt und Energiesicherheit sowie literarische und künstlerische Reflexionen dieses Raums sind mögliche inhaltliche Aspekte. Die neuen Formen und Bedingungen des Reisens selbst sollen dabei ebenso zum Thema werden wie auch neue Formen von Migration und Kommunikation. Auch die besondere Bedeutung der Städte als Räume des Transfers (etwa der Hafenstädte Odessa, Sevastopol, Istanbul, Constanta, Novorossisk, Batumi u.a.) bietet sich als Thema für Projekte an. In den Lernwerkstätten der vergangenen Jahre haben die Studierenden Ausstellungen, Konzerte, Veranstaltungen der Erwachsenen- und der Jugendbildung, Konzerte, Filme, andere Medienprojekte und vieles mehr auf die Beine gestellt. Wir sind gespannt auf solche und zahlreiche neue Ideen in diesem Jahr!Kaum eine Region hat das Selbstverständnis Europas und seiner Grenzen so herausgefordert wie das Schwarze Meer. Das "ungastliche Meer" war in der griechischen Antike Inbegriff des Fremden, des am Ende der zivilisierten Welt gelegenen Raums, dessen Küsten von "barbarischen" Reiternomaden bevölkert waren. In der jüngeren Zeitgeschichte war es ein toter Raum zwischen den westlichen und östlichen Machtblöcken des Kalten Kriegs. Hier verliefen die Grenzen zwischen den Militärblöcken, etwa zwischen dem NATO-Mitglied Türkei und dem sowjetischen Georgien oder dem sozialistischen Rumänien. Als diese Grenzen in den 1990er Jahren durchlässig wurden, entwickelte sich das Schwarze Meer wieder zu einer intensiven Zone kultureller, sozialer und politischer Verbindungen (zum Beispiel zwischen christlich und muslimisch geprägten Kulturen oder mit der Gründung der Organisation of the Black Sea Economic Cooperation), aber auch neuer Nationalismen und Regionalismen. Die Europäische Union hat sich mit ihren neuen Mitgliedstaaten zum Anrainer des Schwarzen Meers gemacht und steht dort in Konkurrenz zur Eurasischen Wirtschaftsunion. Schließlich liegt das Schwarze Meer heute im geopolitischen Epizentrum neuer kriegerischer Konflikte (man denke nur an die immense Bedeutung der Schwarzmeerküste und der Krim im aktuellen Ukrainekonflikt). 25 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs befindet sich die Region weiterhin im Wandel. Die einzelnen Staaten durchlaufen einen Selbstfindungsprozess zwischen Demokratisierung, möglicher EU-Mitgliedschaft oder einer Abgrenzung zu der gesamteuropäischen Institution und ihren Mitgliedsstaaten. Welche Zugkraft hat ein alternatives Integrationsmodell wie bspw. die Eurasische Union? Wie positionieren sich also die verschiedenen Staaten und warum? Wie sehen sich die Region und ihre Bewohner/innen heute? Was wünschen sie sich für ihre Zukunft, für ein friedliches Zusammenleben? Welchen Handlungsbedarf sehen sie? Wie sollte künftig eine (EU-) Schwarzmeer-Politik aussehen, nicht zuletzt, um aktuelle Konflikte zu lösen und zukünftige zu verhindern? Die Projekte der Lernwerkstatt sollen, gerne auf der Grundlage von Exkursionen, dieser veränderten Rolle des Schwarzen Meers als einer Zwischen-Zone sowie der Rolle der EU (insbes. der mittel- und osteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten) in der Region 25 Jahre nach Ende des Ost-West-Konflikts nachgehen. Wirtschaftsentwicklung, Tourismus, Handelsbeziehungen, Umwelt und Energiesicherheit sowie literarische und künstlerische Reflexionen dieses Raums sind mögliche inhaltliche Aspekte. Die neuen Formen und Bedingungen des Reisens selbst sollen dabei ebenso zum Thema werden wie auch neue Formen von Migration und Kommunikation. Auch die besondere Bedeutung der Städte als Räume des Transfers (etwa der Hafenstädte Odessa, Sevastopol, Istanbul, Constanta, Novorossisk, Batumi u.a.) bietet sich als Thema für Projekte an. In den Lernwerkstätten der vergangenen Jahre haben die Studierenden Ausstellungen, Konzerte, Veranstaltungen der Erwachsenen- und der Jugendbildung, Konzerte, Filme, andere Medienprojekte und vieles mehr auf die Beine gestellt. Wir sind gespannt auf solche und zahlreiche neue Ideen in diesem Jahr!Kaum eine Region hat das Selbstverständnis Europas und seiner Grenzen so herausgefordert wie das Schwarze Meer. Das "ungastliche Meer" war in der griechischen Antike Inbegriff des Fremden, des am Ende der zivilisierten Welt gelegenen Raums, dessen Küsten von "barbarischen" Reiternomaden bevölkert waren. In der jüngeren Zeitgeschichte war es ein toter Raum zwischen den westlichen und östlichen Machtblöcken des Kalten Kriegs. Hier verliefen die Grenzen zwischen den Militärblöcken, etwa zwischen dem NATO-Mitglied Türkei und dem sowjetischen Georgien oder dem sozialistischen Rumänien. Als diese Grenzen in den 1990er Jahren durchlässig wurden, entwickelte sich das Schwarze Meer wieder zu einer intensiven Zone kultureller, sozialer und politischer Verbindungen (zum Beispiel zwischen christlich und muslimisch geprägten Kulturen oder mit der Gründung der Organisation of the Black Sea Economic Cooperation), aber auch neuer Nationalismen und Regionalismen. Die Europäische Union hat sich mit ihren neuen Mitgliedstaaten zum Anrainer des Schwarzen Meers gemacht und steht dort in Konkurrenz zur Eurasischen Wirtschaftsunion. Schließlich liegt das Schwarze Meer heute im geopolitischen Epizentrum neuer kriegerischer Konflikte (man denke nur an die immense Bedeutung der Schwarzmeerküste und der Krim im aktuellen Ukrainekonflikt). 25 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs befindet sich die Region weiterhin im Wandel. Die einzelnen Staaten durchlaufen einen Selbstfindungsprozess zwischen Demokratisierung, möglicher EU-Mitgliedschaft oder einer Abgrenzung zu der gesamteuropäischen Institution und ihren Mitgliedsstaaten. Welche Zugkraft hat ein alternatives Integrationsmodell wie bspw. die Eurasische Union? Wie positionieren sich also die verschiedenen Staaten und warum? Wie sehen sich die Region und ihre Bewohner/innen heute? Was wünschen sie sich für ihre Zukunft, für ein friedliches Zusammenleben? Welchen Handlungsbedarf sehen sie? Wie sollte künftig eine (EU-) Schwarzmeer-Politik aussehen, nicht zuletzt, um aktuelle Konflikte zu lösen und zukünftige zu verhindern? Die Projekte der Lernwerkstatt sollen, gerne auf der Grundlage von Exkursionen, dieser veränderten Rolle des Schwarzen Meers als einer Zwischen-Zone sowie der Rolle der EU (insbes. der mittel- und osteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten) in der Region 25 Jahre nach Ende des Ost-West-Konflikts nachgehen. Wirtschaftsentwicklung, Tourismus, Handelsbeziehungen, Umwelt und Energiesicherheit sowie literarische und künstlerische Reflexionen dieses Raums sind mögliche inhaltliche Aspekte. Die neuen Formen und Bedingungen des Reisens selbst sollen dabei ebenso zum Thema werden wie auch neue Formen von Migration und Kommunikation. Auch die besondere Bedeutung der Städte als Räume des Transfers (etwa der Hafenstädte Odessa, Sevastopol, Istanbul, Constanta, Novorossisk, Batumi u.a.) bietet sich als Thema für Projekte an. In den Lernwerkstätten der vergangenen Jahre haben die Studierenden Ausstellungen, Konzerte, Veranstaltungen der Erwachsenen- und der Jugendbildung, Konzerte, Filme, andere Medienprojekte und vieles mehr auf die Beine gestellt. Wir sind gespannt auf solche und zahlreiche neue Ideen in diesem Jahr!