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Regionale Topographien in der russischen Literatur des späten 19.-21.Jh's: Ural und Sibirien (HU)

(31709)

TypSeminar
Dozent/inSusanne Frank (HU)
SpracheDeutsch
SemesterSoSe 2015
Veranstaltungsumfang2 SWS
Beginn13.04.2015
Zeit

16:00-18:00

Das Seminar beschäftigt sich mit regionalen Räumen in der russischen Literatur. Sie werden häufig in Bezug auf das symbolische und geographische Zentrum modelliert und fordern zugleich die traditionelle Dichotomie zwischen Zentrum und Provinzen heraus, indem sie die Rolle der Peripherie umdeuten und dieser ein schöpferisches, modernisierendes, differenzierendes Potenzial zuschreiben. Zunächst wird die kultursemiotische Perspektive des "Stadttexts" bzw. eines "lokalen Texts" besprochen, der die geopoetische Forschung in Russland beeinflusst hat. Hier sind insbesondere die Untersuchungen von Nikolaj Anciferov, Jurij Lotman und Vladimir Toporov zu nennen. Außerdem wird die Theorie der "Kulturnester" von Nikolaj Piksanov berücksichtigt. Darüber hinaus wird nach der historischen und anthropologischen Dimension literarischer Regionalismen gefragt: Wie spiegeln sie die "imperiale", "nationale" und "regionale" Axiologie und die mit ihr verbundenen Menschenbilder im Kontext der Kolonisierungsprozesse wider? Wie werden hier die kulturellen und ethnographischen Differenzen ausgehandelt? Schließlich wird die Literatur über die Region und von der Region aus im breiteren Kontext betrachtet: wie verhält sie sich zum Konzept "Europa", wie positioniert sie sich in einer globalisierten Welt, wie sieht sie ihren Platz in der "Weltliteratur"? Die Fragen werden am Beispiel der "Texte" des Ural und Sibiriens erörtert. Bezüglich des Urals werden Texte von Fedor Rešetnikov (O?erki), Dmitrij Mamin-Sibirjak (Erzählungen), Michail Osorgin (Vremena), Boris Pasternak (Detstvo Ljuvers), Pavel Bažov (skazy), Ol'ga Slavnikova (2017), Aleksej Ivanov (Serdce Parmy) behandelt. In Bezug auf Sibirien: Georgij Grebenš?ikov, Grigorij Potanin/Nikolaj Jadrincev, Valentin Rasputin, Viktor Astafjev und Evgenij Griškovec. Das Seminar findet unter Mitwirkung von Svetlana Sirotinina statt.

Zur Mediothek des Osteuropainstituts