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Mai 2026

Popiól i diament / Asche und Diamant (1958) von Andrzej Wajda

Filmstill "Asche und Diamant"

Filmstill "Asche und Diamant"

Regie: Andrzej Wajda
Genre
: Spielfilm
Jahr: 1958
Sprachfassung: Polnisch mit deutschen Untertiteln
Dauer: 99 Minuten
Verfügbar bis: 31.05.2026

Hier geht es zum Stream.

Synopsis:

Auftragsmord zwischen Ideologien: Im Mai 1945, unmittelbar nach dem militärischen Sieg über Deutschland, befindet sich Polen in einem Zustand des Übergangs. Zwischen Erschöpfung, Aufbruch und ideologischer Neuordnung erhält der junge Maciek Chełmicki, ehemaliger Soldat der polnischen Heimatarmee, den Auftrag, den neu eingesetzten kommunistischen Bezirkssekretär Szczuka zu töten. Doch das erste Attentat misslingt, statt Szczuka sterben zwei Unschuldige. Der zweite Versuch ist in einem Hotel geplant. Doch dort trifft Maciek auf die Bardame Krystyna und zieht mit ihr in die Nacht und durch die vom Krieg zerstörte Stadt. Nach und nach beginnt er, an der Sinnhaftigkeit seines Auftrags zu zweifeln.

Asche und Diamant, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Jerzy Andrzejewski, gilt als ein Schlüsselwerk des polnischen Kinos. Als Abschluss von Wajdas sogenannter Kriegstrilogie — nach Eine Generation (1955) und Der Kanal (1957) — rückt der Film erneut eine junge Generation in den Fokus, deren Erfahrungswelt von widersprüchlichen Idealen, Schuld und Hoffnung geprägt ist, und spiegelt dabei die existenziellen Ängste der 50er Jahre zurück in die Erschöpfung des Kriegsendes. Bemerkenswert ist die zeitliche Nähe der literarischen Vorlage (1948) und filmischen Umsetzung (1958) zu den dargestellten Ereignissen. Zbigniew Cybulski, in der Rolle des Maciek, avancierte dabei "...zum Symbol einer Generation, die sich jenseits politischer Zuordnungen auf individuelle menschliche Qualitäten besinnen wollte", so Filmwissenschaftler Richard Peña.

Andrzej Wajda wäre in diesem Jahr 100 geworden. Vielleicht aus diesem Anlass sind noch bis Ende Mai 2026 gleich drei seiner Filme in der ARTE-Mediathek verfügbar. Zum Trailer geht es hier.

Zum Regisseur:

Andrzej Wajda (1926–2016) zählt zu den bedeutendsten Stimmen des polnischen und europäischen Kinos. Nach einem abgebrochenen Kunststudium lernte er sein Handwerk auf der Filmhochschule in Łódź. Sein Werk kreist um die Geschichte und Gegenwart Polens, vom Zweiten Weltkrieg über die Nachkriegszeit bis hin zur Auseinandersetzung mit dem kommunistischen System. Auch kritische Arbeiten zum realen Sozialismus drehte er bereits, als dieser noch an der Macht war, und erwarb sich als moralische Instanz ebenso internationales Ansehen wie durch die gestalterische Qualität seiner Arbeiten.

Weitere Informationen:

- Das Filmmuseum und das polnische Institut Düsseldorf haben Wajda noch bis Ende August eine Ausstellung gewidmet. Filmdienst berichtete darüber.

- Das Wajda Film Centre in Warschau bietet eine ausführlichere Biografie. 

- Zwei weitere Filme Wajdas sind diesen Monat in der Arte-Mediathek verfügbar: Der Mann aus Marmor (1976) und Das Massaker von Katyn (2008).

Mehr Informationen zu den Filmen der letzten Monate finden Sie auf der Website der OEI Mediothek.