April 2026
A Nobody against Putin / Ein Nobody gegen Putin (2025) von David Borenstein und Pawel Talankin
Regie: David Borenstein und Pawel Talankin
Genre: Dokumentation
Jahr: 2025
Sprachfassung: Deutsche Synchronisation
Dauer: 90 Minuten
Verfügbar bis: 29.04.2030
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Synopsis:
Ausgezeichnet mit dem "Oscar" als bester Dokumentarfilm: Pawel Talankin ist Lehrer einer Schule in der Kupferminenstadt Karabasch im Ural, die von der Unesco einst als „giftigster Ort der Welt“ bezeichnet wurde, was sie jahrelang zum makabren Anziehungspunkt für Touristen machte. Das berichtet Talankin selbst in dem Dokumentarfilm Ein Nobody gegen Putin und legt damit direkt den bitter-ironischen Tonfall des Werks fest.
Nichtsdestotrotz mag Talankin sein Leben. Ihm gefällt seine Arbeit, die Jugendlichen mögen ihn. Doch dann erhält die Schule im Februar 2022 ein Fax. Betreff: „Neue Föderalpatriotische Bildungspolitik“. Der Unterricht wird mit sofortiger Wirkung umgestellt, Inhalte zur sogenannten militärischen Spezialoperation werden integriert, die Schülerinnen und Schüler müssen patriotische Lieder und Gedichte lernen und jeden Morgen beim Fahnenappell die Nationalhymne singen.
Pawel, genannt Pascha, muss fortan diese Veranstaltungen für das Bildungsministerium dokumentieren und die Videos als Beweis für die patriotische Pflichterfüllung der Schule nach Moskau schicken. Zunehmend entsetzt zeichnet der Lehrer auf, wie seine Kollegen teils blind die Verzerrungen der Geschichte und die Verharmlosung des Kriegs befördern, teils resignativ die Befehle ausführen. Kurz vor Kündigung wendet sich jedoch ein ausländischer Regisseur an ihn, der Talankin bittet, die Aufnahmen nutzen zu können. Mit neuer Motivation führt der Lehrer die gefährliche Arbeit fort.
Gefilmt über einen Zeitraum von zwei Jahren, erzählt der vielfach preisgekrönte Dokumentarfilm gleichermaßen humorvoll und niederschmetternd von den Ausmaßen der Indoktrination, die auf die gesamte Gesellschaft zielt.
Zum Regisseur:
David Borenstein ist Dokumentarfilmer, Radiomacher und Journalist. Vor seiner Zusammenarbeit mit Talankin arbeitete er fast zehn Jahre lang in China und drehte Filme unter anderem über die COVID-Impfstoffentwicklung und die US-Sanktionen gegen Huawei.
Weitere Informationen:
- Im März erhielt Ein Nobody gegen Putin den Academy Award als bester Dokumentarfilm. Zuvor erhielt er außerdem das britische Pendant - der Guardian berichtete über die BAFTA-Preisverleihung und Reaktionen auf den Film in Talankins Heimatstadt Karabasch (englischsprachig).
- BBC russkaya sluzhba hat den Film auf ihrem YouTube-Kanal hochgeladen (mit VPN schaubar). Eine russischsprachige Version mit englischen Untertiteln gibt es außerdem hier.
- Filmkritiker Anton Dolin hat die Dokumentation bei Meduza rezensiert (englischsprachig) und in einem YouTube-Video kommentiert (russischsprachig). Carnegie-Fellow Aleksandr Baunov äußert sich außerdem in einem Kommentar zum russischen Diskurs über den Film (russischsprachig). Die russische Nachrichten-Agentur RIA Nowosti berichtete über die Oscar-Preisverleihung, ohne den Dokumentarfilm zu erwähnen; Talankin wurde von der russischen Regierung nach der Preisverleihung zum ausländischen Agenten erklärt (russischsprachig).
- Bei DW na russkom spricht Talankin über seine Erfahrungen während der Dreharbeiten (russischsprachig).
- Co-Direktor und Editor David Borenstein spricht bei Cineuropa über das Kennenlernen mit Talankin und den Entstehungsprozess des Films (englischsprachig).
Mehr Informationen zu den Filmen der letzten Monate finden Sie auf der Website der OEI Mediothek.

