„Der neue Mensch will was?“: Vorstellungen über Liebe und Geschlecht im revolutionären Russland, 1860-1930

(31708)

TypOEI-Master: Kurs Modul E
Dozent/inAlexandra Oberländer
RaumGarystraße 55 302a
Zeit

Mittwoch 10 - 12 Uhr

"Was tun?", der Roman Nikolaj Cernycevskijs aus den 1860er Jahren, lieferte die Blaupause eines revolutionären Lebensentwurfs: freie Liebe, radikal gewandelte Geschlechtervorstellungen, Emanzipation und kollektiv organisierte Ökonomien. Zugleich blieb jene Utopie verpackt in zutiefst romantischen Vorstellungen. Was aus diesem Roman wurde, wie Teile der russischen Gesellschaft versuchten, den Roman zu leben, welche utopischen Vorstellungen er gerierte, sind Fragen dieses leseintensiven Kurses, der die Genese des sogenannte Neuen Menschen in Russland nachverfolgen will. Das Seminar widmet sich zeitlich vor allem den 1860er und 1870er Jahren, der Zeit der radikalen Lebensentwürfe, des Nihilismus, der Student*innenbewegung, um sich in einem zweiten Schritt den 1920er Jahren zuzuwenden.

Literatur

N.G. Chernyshevskij, Was tun? Aus Erzählungen von Neuen Menschen. Berlin 1974.

Richard Stites, Revolutionary Dreams. Utopian Vision and Experimental Life in the Russian Revolution. New York/Oxford 1989.

Susan Morrissey, Heralds of Revolution: Russian Students and the Mythologies of Radicalism. New York/Oxford 1998.

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