National(istisch)e Legitimationsstrategien von politischer Herrschaft im Ostblock

(31603)

TypModul B
RaumGarystraße 55 301
Zeit
Mittwoch 14-16 Uhr

Die Ideologien des Kommunismus und des Nationalismus stehen auf den ersten Blick im tiefen Gegensatz zueinander. Ziel der kommunistischen Ideologen war der Zusammenschluss der Arbeiterklasse über Länder- und nationale Grenzen hinweg, die Bewegung verpflichtete sich gerade dem Internationalismus und der Nationalismus wurde als reaktionär und chauvinistisch angesehen.

Dennoch bedienten sich nach 1945 die Regime im so genannten Ostblock zuweilen nationalistische Denk- und Sprechmuster, um ihre politische Herrschaft zu legitimieren. Das Seminar geht der Frage nach, inwiefern der Nationalismus als Strategie zur Legitimation für die Regime in Ostmitteleuropa zwischen 1945 und 1989 instrumentalisiert wurde. Erhofften sich die Machthaber dadurch, die ‚Massen’ für ihre Sache zu gewinnen, nicht mehr als von ‚Außen’ oktroyierte, ‚fremde’ Macht wahrgenommen zu werden? Welche Handlungsspielräume hatten die jeweiligen Regime, nationalistische Parolen zu verlautbaren und wie entwickelten sich diese zwischen 1945 und 1989? Oder hatte gar die kommunistischen und nationalen Ideologien, wie einige Historiker zu bedenken geben, mehr gemein als sie trennte?

Im Seminar bildet die Geschichte der Volksrepublik Polen den Schwerpunkt, Vergleiche mit Ungarn, Rumänien, der Tschechoslowakei und der DDR sollen den Blick erweitern.

Zur Website des Friedrich-Meinicke-Instituts
Zentrum für Historische Forschung der Polnischen Akademie der Wissenschaften
Zur Website des Netzwerks Area Histories
Zur Mediothek des Osteuropainstituts