Nationsbildung bei den Juden und anderen Osteuropäern

(31 601)

TypOEI-Master: KK Modul A; FMI-Master: Seminar Modul 1d; Magister: Hauptseminar
Dozent/inVerena Dohrn
RaumGarystr. 55 121
Beginn21.10.2010
Zeit

Do 14-16

Die imaginierte Gemeinschaft der Nation war das politische Erfolgsmodell der bürgerlichen Gesellschaft im 19. und 20. Jahrhundert. Von Europa ausgehend eroberte es die Welt. Aber Nationsbildung verlief nicht überall nach denselben Mustern. Im ethnisch-konfessionell stark gemischten östlichen Europa nahm sie andere Formen an als im Westen. Viele osteuropäische Nationen wurden im Verhältnis zu den westlichen erst spät oder gar nicht zu Staatsnationen. Dabei nahm die Diasporagruppe der Juden einen eigenen Sonderweg. Den Einen gelten sie seit biblischen Zeiten als Nation, andere bestreiten, dass sie als Nation zu betrachten seien. In den Osteuropastudien werden sie unter diesem Gesichtspunkt hier parallel zu anderen ethnokonfessionellen Gruppen untersucht, dort als Ausnahme ausgelassen. Oder es werden andere Parameter eingeführt, um den Weg der Juden in die Moderne zu verstehen. Dennoch ist es unbestreitbares Faktum, dass seit dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts eine bemerkenswerte und differenzierte jüdische nationale Bewegung im östlichen Europa entstand.

 

Literatur zur Vorbereitung:

  • Hroch, M. (2005). Das Europa der Nationen : die moderne Nationsbildung im europäischen Vergleich. Göttingen, Vandenhoeck &Ruprecht.
  • Kappeler, A. (2008). Rußland als Vielvölkerreich : Entstehung - Geschichte - Zerfall. München, Beck.
  • Sand, S. and Y. Lotan (2009). The invention of the Jewish people. London, Verso.

 

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Zentrum für Historische Forschung der Polnischen Akademie der Wissenschaften
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