Geschichte der Bukowina vom 18. bis 20. Jahrhundert

(31 601)

TypMaster: Modul A; Magister: HS
Dozent/inMariana Hausleitner
Leistungspunkte5 LP
RaumGarystraße 55 101
Beginn15.04.2009 | 10:00
Zeit

Mi 10-12 (2 SWS)

In diesem Hauptseminar soll in drei Blöcken die wechselvolle Geschichte der Bukowina untersucht werden, die seit 1944 zwischen Rumänien und der Ukraine aufgeteilt ist. Eingangs wird die Entstehung der Polyethnizität nach der Integration des Gebietes in das Habsburger Reich 1775 thematisiert. Dort ließen sich deutsche und andere Kolonisten nieder, gleichzeitig zogen ohne staatliche Förderung viele Juden zu. Bis Ende des 19. Jahrhunderts assimilierten sich Rumänen und Ruthenen (Ukrainer) gegenseitig. Als national orientierte Verbände entstanden, kam es zu Reibungen zwischen den etwa gleichstarken Gruppen der Rumänen und Ukrainer. Durch ein ausgewogenes Wahlrecht blieben diese Konflikte begrenzt.
Im zweiten Block werden die verschiedenen Formen der Rumänisierung in der Zwischenkriegszeit analysiert sowie der Widerstand der Nichtrumänen gegen die staatlichen Eingriffe. In den 1920er Jahren verteidigten Deutsche, Ukrainer und Juden gemeinsam die kulturelle Autonomie. Da die Verhandlungspolitik ihrer gemäßigten Führer keine Erfolge verbuchte, kamen seit Mitte der dreißiger Jahre Rechtsradikale zum Zuge.
Im letzten Block wird die schrittweise Auflösung der Multiethnizität thematisiert: die 1940 erfolgte Umsiedlung der Deutschen, die Deportation vieler Juden 1941/42 und die Flucht von Rumänen 1944. Trotz des Zuzugs vieler neuer Einwohner nach 1944 wurde die kulturelle Vielfalt aus der Zeit davor nicht mehr erreicht.

Leistungsanforderungen: Übernahme eines Referates oder Essay und Erstellung einer Hausarbeit

Literatur:
Braun, Helmut (Hg.): Czernowitz. Die Geschichte einer untergegangenen Kulturmetropole. Berlin 2005; Hausleitner, Mariana: Die Rumänisierung der Bukowina. Die Durchsetzung des nationalstaatlichen Anspruchs Großrumäniens 1918-1944. München 2001; Bukowina Zentrum/Österreich-Kooperation (Hg.): Minikosmos Bukowina. Kulturleistung eines Landstriches. Černivci 2006.
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Zentrum für Historische Forschung der Polnischen Akademie der Wissenschaften
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