Ethnizität und Großstadt. Prag im 19. und frühen 20. Jahrhundert

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TypProseminar
InstitutionOsteuropa-Institut
SemesterSoSe 2005
Veranstaltungsumfang2 SWS
Leistungspunkte10 cr
Freie Plätzeja
RaumGarystraße 55 302a
Zeit

Do 16.00-18.00

Zielgruppe

Studierende im Grundstudium

Kommentar

Vor dem Hintergrund der Großstadtwerdung Prags im 19. Jahrhundert, die ihren Höhepunkt im Vergleich zu anderen mitteleuropäischen Städten erst durch die neue Hauptstadtfunktion und die relativ späte Eingemeindung der Vororte in den 1920ern fand, wird im Seminar die Herausbildung und die Bedeutung ethnischer Gruppenidentitäten in der städtischen Gesellschaft behandelt. Wie gestalteten sich die Beziehungen von Tschechen, Juden und Deutschen über Generationen hinweg in der städtischen Lokalpolitik, im wirtschaftlichen und kulturellen Leben? Gab es trotz aller ethnischen Konflikte, die Prag jahrzehntelang vor allem auf politischer Ebene prägten, Bereiche, in denen die fremd oder selbst zugeschriebene Zugehörigkeit zu einer der Gruppen keine Rolle spielte? Darüber hinaus wird der Frage nachgegangen, wie sich die Ethnisierungs- und Nationalisierungsprozesse des 19. Jahrhunderts im Städtebild und in Stadtnarrativen symbolisierten und ob es sich dabei immer um erfolgreiche Symbolisierungen handelte. Ziel des Seminars ist die kritische Diskussion von "Urbanisierung" und "Ethnizität" am Beispiel Prags, die durch Vergleiche mit anderen Städten (bspw. Wien, Budapest und Bratislava) erweitert werden kann. Die im Seminar erworbenen Kenntnisse sollen abschließend während einer für die Semesterferien geplanten mehrtägigen Exkursion nach Prag vertieft werden. Über Termin, Ablauf und Teilnahmebedingungen der Exkursionsfahrt wird rechtzeitig über Aushänge informiert.

Literatur

  • Gary B. Cohen: The Politics of Ethnic survival: Germans in Prague 1861-1914, Princeton 1981.
  • Maurice Godé/Jacques Le Rider/Francoise Mayer (Hg.): Allemands, Juifs et Tchèques à Prague 1890-1924, (Bibliothèque d'Études Germaniques et Centre-Européennes, vol. I), Montpellier 1996.
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