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Jakob Stürmann

stuermann_2020

Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin

Lehrstuhl für Geschichte Ostmitteleuropas

Doktorand

Seit 2013

Doktorand an der Freien Universität Berlin, Fachbereich Geschichte

Dissertationsprojekt: Blickwechsel – Das Europa der Zwischenkriegszeit aus der Perspektive osteuropäisch-jüdischer SozialistInnen

Betreuerin: Prof. Dr. Gertrud Pickhan

Seit 05/2018 und 08/2016 – 02/2017

Wissenschaftliche Hilfskraft im DFG-Forschungsprojekt „Digitales Archiv jüdischer Autorinnen und Autoren in Berlin 1933 – 1945“ am Lehrstuhl für deutsch-jüdische Literatur- und Kulturgeschichte, Exil und Migration, Europa-Universität Frankfurt/Oder

Seit April 2014

Kollegiat des Ludwig Rosenberg Kollegs am Moses Mendelssohn Zentrum in Potsdam, gefördert durch die Hans-Böckler-Stiftung

Seit 04/2016

Beisitzer im Vorstand der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. (Ehrenamt)

 

 

WiSe 2017/18

Lehrauftrag am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin

Seminar: Yiddishland in der Zwischenkriegszeit (mit Exkursion nach Warschau)

2011/ 2012

Erasmus am “Centre for Russian and East European Studies” (CREES) an der University of Birmingham, Großbritannien

2009-2013

Masterstudium der Osteuropastudien, Schwerpunkt Geschichte, am Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin

Bis 2009

Bachelorstudium der Geschichte und Gender Studies an der Humboldt Universität zu Berlin

2004-06

Freiwilligendienst in Simferopol/ Ukraine mit der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.

2004

Abitur in Bremen

Dissertationsprojekt: Blickwechsel - Das Europa der Zwischenkriegszeit aus der Perspektive osteuropäisch-jüdischer SozialistInnen

Abstract:

Im Rahmen meines Dissertationsprojektes erforsche ich die Lebenswelten einer Gruppe von mehreren Dutzend osteuropäisch-jüdischen SozialistInnen, die während der Zwischenkriegszeit in Berlin lebten. Die meisten dieser MigrantInnen erreichten ihren neuen Lebensmittelpunkt in den ersten Jahren nach dem Ersten Weltkrieg.

Von Berlin aus verfolgten und kommentierten sie die politischen, sozialen und kulturellen Entwicklungen der Zwischenkriegszeit in Zeitungen und Büchern. Die diversen Veröffentlichungen werden im Promotionsprojekt analysiert und die Kenntnisse über die europäische Zwischenkriegszeit somit durch eine neue Perspektive erweitert.

Grundannahme des Projektes ist das Bestehen eines gemeinsamen Erfahrungshorizontes der osteuropäisch-jüdischen SozialistInnen, welcher sie von anderen europäischen SozialIstinnen unterschied. Wichtiger Bestandteil hiervon waren folgende Ereignisse: Der rasche Industrialisierungsprozess um die Jahrhundertwende und das Aufkommen sozialistischer Parteien im Russländischen Reich; Eine damit einhergehende komplexe Veränderung innerhalb der osteuropäisch-jüdischen Lebenswelten und Denktraditionen; Pogrome gegenüber der jüdischen Bevölkerung seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts; Die Februar- und Oktoberrevolution sowie der darauffolgende mehrjährige Bürgerkrieg im Gebiet des ehemaligen Russländischen Reiches.

Das Berlin der Weimarer Republik bildete einen zentralen Migrationsort für russländische MigrantInnen jeglicher politischer und gesellschaftlicher Couleur. SozialistInnen hatten in der Migrations-Community eine besondere Stellung: Sie setzten sich politisch, kulturell und wirtschaftlich für einen dritten - sozialistischen - Weg zwischen dem bolschewistischen Sowjetrussland und den Regierungsformen im westlichen Europa ein. Zur Verbreitung der eigenen politischen Meinungen wurden in Berlin migrantische Zeitungen und Partei-Auslandsdelegationen, Debattierklubs und Kulturvereine gegründet sowie Kooperationen mit anderen sozialistischen Parteien eingegangen.

Das Promotionsprojekt verfolgt das Ziel, das Europa der 1920er/30ere Jahre in politischer, gesellschaftlicher und kultureller Hinsicht aus der Perspektive dieser heterogenen Migrationsgruppe zu analysieren. Es stellt sich die Frage, inwieweit der gemeinsame Erfahrungshorizont bis zur Migration nach Berlin zu ähnlichen politischen Einschätzungen führte und ob bzw. wie sich diese Einschätzungen von anderen sozialistischen PolitikerInnen unterschied. Das Projekt ist quellenbasiert angelegt und analysiert vornehmlich Publikationen in russischer, deutscher und jiddischer Sprache. Disziplinär ist das Promotionsprojekt zwischen den Osteuropastudien, den Jüdischen Studien, der Berliner Stadtgeschichte und der Geschichte der ArbeiterInnenbewegung verortet.

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Zentrum für Historische Forschung der Polnischen Akademie der Wissenschaften
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