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Jakob Stürmann

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Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin

Lehrstuhl für Geschichte Ostmitteleuropas

Doktorand

2004                 Abitur in Bremen
2004-06 Freiwilligendienst in Simferopol/ Ukraine mit der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.
Bis 2009       Studium der Geschichte und Gender Studies an der Humboldt Universität zu Berlin
2009-2013  Studium der Osteuropastudien, Schwerpunkt Geschichte, am Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin
2011/ 2012    Erasmus am Centre for Russian and East European Studies (CREES) an der University of Birmingham, Großbritannien
Seit 2013

Doktorand an der Freien Universität Berlin, Fachbereich Geschichte

Arbeitstitel des Dissertationsprojekts: Blickwechsel: Das Europa der Zwischenkriegszeit aus der Perspektive osteuropäisch-jüdischer SozialistInnen

Seit April 2014

Stipendiat des Ludwig Rosenberg Kollegs am Moses Mendelssohn Zentrum in Potsdam, gefördert durch die Hans-Böckler-Stiftung

Dissertationsprojekt: Blickwechsel: Das Europa der Zwischenkriegszeit aus der Perspektive osteuropäisch-jüdischer SozialistInnen

Abstract:

Im Rahmen meines Dissertationsprojektes möchte ich mich mit den osteuropäisch-jüdischen SozialistInnen beschäftigen, die während der Zwischenkriegszeit in Berlin lebten. Die meisten dieser MigrantInnen erreichten ihren neuen Lebensmittelpunkt in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg.

Von hier aus verfolgten und kommentierten sie die politischen, sozialen und kulturellen Entwicklungen der Zwischenkriegszeit in Zeitungen und Büchern. Die diversen Veröffentlichungen werden im Promotionsprojekt analysiert und die Kenntnisse über die europäische Zwischenkriegszeit somit durch eine neue Perspektive erweitert.

Grundannahme des Projektes ist das Bestehen eines gemeinsamen Erfahrungshorizontes der osteuropäisch-jüdischen SozialistInnen, welcher sie von anderen europäischen SozialIstinnen unterschied. Wichtiger Bestandteil hiervon waren folgende Ereignisse: Der rasche Industrialisierungsprozess um die Jahrhundertwende und das Aufkommen sozialistischer Parteien im Russischen Zarenreich; Eine damit einhergehende komplexe Veränderung innerhalb osteuropäischjüdischer Lebensweisen und Denktraditionen; Pogrome gegenüber der jüdischen Bevölkerung seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts; die Februar- und Oktoberrevolution sowie den darauffolgenden mehrjährigen Bürgerkrieg.

Das Berlin der Zwischenkriegszeit bildete einen zentralen Migrationsort für russländische MigrantInnen jeglicher politischer, religiöser und gesellschaftlicher Couleur. SozialistInnen hatten in der Migrations-Community eine besondere Stellung: Sie setzten sich politisch und wirtschaftlich für einen dritten Weg zwischen dem bolschewistischen Russland und den parlamentarisch-kapitalistischen Regierungsformen im westlichen Europa ein. Zur Verbreitung der eigenen politischen Meinungen wurden in Berlin migrantische Zeitungen und Partei-Auslandsdelegationen gegründet sowie Kooperationen mit anderen sozialistischen Parteien eingegangen.

Das Promotionsprojekt verfolgt das Ziel, das Europa der Zwischenkriegszeit in politischer, gesellschaftlicher und kultureller Hinsicht aus der Perspektive dieser heterogenen sozialistischen Migrationsgruppe darzustellen. Es stellt sich die Frage, inwieweit der gemeinsame Erfahrungshorizont bis zur Migration nach Berlin zu ähnlichen politischen Einschätzungen führte und ob bzw. wie sich diese Einschätzungen von anderen sozialistischen Bewegungen unterschied. Das Projekt ist quellenbasiert angelegt und analysiert vornehmlich Publikationen in russischer, deutscher und jiddischer Sprache.

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