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Studium und Lehre

31 301Modul A, KK Genese der post-sozialistischen Marktgesellschaften
Dozent:  Katharina Bluhm
Typ: 2 SWS
Zeit: Di 16.00-18.00
Ort: Garystr. 55, 121 (Seminarraum)
 

Die Genese der post-sozialistischen Marktgesellschaften gehört zu den größten sozialen und politischen Experimenten des ausgehenden 20. Jahrhunderts, geprägt von einem historisch einmaligen Dilemma der Gleichzeitigkeit, also der gleichzeitigen Einführung von Kapitalismus und Demokratie. Trotz vermeintlich ähnlicher Ausgangslage sind die Ergebnisse dieser Transformation in Mittel- und Osteuropa höchst unterschiedlich. Das bei genauerem Besehen divergierende historische Erbe, die Rolle von Eliten und Gegen-Eliten, das Vorhandensein eines nationalen Konsenses und der Einfluss externer transnationaler Akteure sind deshalb genauer zu betrachten. Diese Unterschiede lassen sich nicht einfach als mehr oder weniger erfolgreich, mehr oder weniger Demokratie begreifen, sondern sind qualitativer Natur und führen zu unterschiedlichen Varianten von Kapitalismus.

Das Seminar vermittelt einen breit angelegten Überblick über zentrale Konzepte, Kontroversen und Befunde zur Transformation der mittel- und osteuropäischen Länder, die Gemeinsamkeiten wie Unterschiede dieses Verlaufs und dessen Ergebnisse erhellen. Es legt die Basis für alle weiteren Lehrangebote im Bereich der Soziologie und darüber hinaus. Mit dem von Karl Polanyi entlehnten Begriff der Marktgesellschaft wird der Schwerpunkt auf die politische Implementierung des Marktes und des Privateigentums gelegt, die etwa in Polen anders aussah als in Russland. Zugleich wird nach der sozialen und institutionellen Einbettung dieses Marktes gefragt (z.B. durch Verbände und Zivilgesellschaft), nach der Ausformung sozialer Ungleichheit und der Konsumgesellschaften.

Das Seminar befähigt zur eigenständigen Auseinandersetzung mit den Transformationsergebnissen und vermittelt dabei grundlegende theoretische Zusammenhänge über die historischen Voraussetzungen moderner Marktwirtschaften.

Erwartet werden eine regelmäßige Teilnahme und Lektüre sowie eine aktive Mitarbeit in Form vorbereiteter Diskussionsbeiträge. Für einen Leistungsnachweis wird darüber hinaus eine schriftliche Hausarbeit verlangt.

31 302Modul A, KK Integration der post-sozialistischen Gesellschaften in die EU
Dozent: Katharina Bluhm
Typ: 2 SWS
Zeit: Mo 10.00-12.00
Ort: Garystr. 55, 105 (Seminarraum)
 

Im Umfeld der ersten Beitrittsrunde im Jahre 2004 waren die Sorgen vieler Westeuropäer groß, was dies wohl für Europäischen Union und insbesondere für das "Sozialmodell Europa" bedeute. Inzwischen hat sich die Aufmerksamkeit ganz auf die existentielle Krise der Währungsunion verschoben. Angesichts der dramatischen Ereignisse vor allem in Griechenland gerät fast ganz aus dem Blick, dass es auch im Baltikum, Rumänien und in Ungarn zu massiven Einschnitten in Folge der Finanzmarktkrise gekommen ist.
Das Seminar befasst sich mit dem Beitrittsprozess im Kontext der aktuellen Krise. Es analysiert die Art und Weise des Beitritts, der sich von allen vorherigen Erweiterungsrunden in wichtigen Punkten unterscheidet, diskutiert die ambivalenten Folgen für die post-sozialistischen Länder, die das "gemischte Meinungsbild" über die EU dort zumindest miterklären, und rekonstruiert die Debatte um die Folgen der Erweiterung für das Sozialmodell Europas. Darauf aufbauend wird die Krisenverarbeitung in den betroffenen Beitrittsländern unter dem Einfluss von IMF und EU eingegangen.
Gegenstand des letzten Teils des Seminars ist die aktuelle Krise der gemeinsamen Währung, deren Konstruktionsprobleme und die Schwierigkeiten einer koordinierten Lohnpolitik in Europa. Insofern vermittelt das Seminar auch politökonomische Zusammenhänge für Nicht-Ökonomen, die zu den Grundlagen einer sozialwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit den Dynamiken des gesellschaftlichen Wandels in der EU gehören.

31 303Modul E, KK Wirtschaftseliten und die neuen Varianten des Kapitalismus in Mittel-und Osteuropa
Dozent: Katharina Bluhm
Typ: 2 SWS
Zeit: Mi 10.00-12.00
Ort: Garystr. 55, 101 (Seminarraum)
 

Die jeweilige Elitekonstellation in den mittel- und osteuropäischen Ländern während des Systemumbruchs hat erheblich zu den eingeschlagenen Pfaden der Transformation sowie zu den spezifischen Varianten von kapitalistischer Marktwirtschaft beigetragen. Warum Oligarchen in Russland oder der Ukraine ein weit verbreitetes Phänomen sind, in Mitteleuropa aber nicht und welche Typen von Kapitalismus sich im Ergebnis der Transformation in Mittel- und Osteuropa unterscheiden lassen, das sind Fragen, die in diesem Seminar vertiefend behandelt werden. Dazu gehört auch das Verhältnis von Wirtschafts- und politischen Eliten bzw. von Wirtschaft und Staat. Neben der wirtschaftssoziologischen Analyse der Bildung und Rolle der neuen Wirtschaftseliten, bilden die aktuellen Theorieangebote zur Analyse der entstandenen Vielfalt von Kapitalismus in den post-sozialistischen Ländern einen Schwerpunkt.

Das Seminar befähigt damit zur Teilnahme an einer der gegenwärtig wichtigsten interdisziplinären Debatten über die entstandene institutionelle und soziale Konfiguration der Marktwirtschaften und deren Dynamiken. Es vermittelt Begriffe und Konzepte für den Gesellschaftsvergleich und bietet ein interessantes Spektrum an potentiellen Forschungsthemen. Grundkenntnisse über die Transformation nach 1989 werden vorausgesetzt.

Erwartet werden eine regelmäßige Teilnahme und Lektüre sowie eine aktive Mitarbeit in Form vorbereiteter Diskussionsbeiträge. Für einen Leistungsnachweis wird darüber hinaus eine schriftliche Hausarbeit verlangt.

31 304Modul E, SE - Entwicklung und Transformation von Gesellschaften in Südosteuropa
Dozent:  Jochen Töpfer
Typ: 2 SWS
Zeit: Fr 14.00-16.00
Ort: Garystr. 55, 105 (Seminarraum)
 

Sozietale Entwicklungen sind eng mit historischen Pfadabhängigkeiten sowie spezifischen endogenen und exogenen Strukturen und Prozessen verknüpft. Die Transformation der Gesellschaften Südosteuropas nach 1989 war teilweise gekennzeichnet von Konflikten, die zu nachhaltigen Änderungen in vielen Dimensionen führten; politische Eliten hatten
maßgeblichen Einfluss. Entwicklungsunterschiede innerhalb und zwischen den Gesellschaften der Region verstärken sich seitdem. Globale Trends sowie regionale Interdependenzen wirken konstruktiv wie destruktiv auf den Wandel. Welche spezifische Rolle kann diesen Faktoren bei der Analyse gesellschaftlicher Entwicklung in Südosteuropa zugewiesen werden? Das Seminar wird zunächst in historischer Perspektive diese
europäische Region beleuchten, um im zweiten theoretischen Teil soziologische Entwicklungsmodelle zu erörtern. Letzter Abschnitt des Seminars wird sich den zeitgenössischen Prozessen der Transformation mit hauptsächlichem Blick auf das Territorium Ex-Jugoslawiens widmen.

30219SE  Mafia Market and State Failure
Dozent: Katharina Bluhm
Typ: 2 SWS- Fachbereich Soziologie OSI
Zeit: Di 10.00-12.00
Ort: Garystr. 55, 301(Seminarraum)
  Multinational corporations are not the only ones expanding their structures and networks in the process of globalization. Organized crime is very proactive here, as well. However, the Mafia is more than a mere criminal organization.

Participants of this seminar will learn more about why Mafia structures emerge, what kind of markets mobsters serve and how the Mafia works as a social organization. We will draw connections to economic sociology and the concepts of institutions, trust and social capital. By comparing two cases - the Sicilian Mafia and the Russian Mafia - we will attempt to identify common features as well as peculiarities that help us understand the conjuncture between the Mafia, weak states and transitional periods to market economies.

Basic reading:

Gambetta, Diego. 1993. The Sicilian Mafia: The Business of Private Protection. Cambridge MA: Harvard University Press

Volkov, Vadim.  2002. Violent Entrepreneurs. The Use of Force in the Making of Russian Capitalism. Ithaka/London: Cornell University Press.


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Stand: 15.11.2011

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