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Forschungsprofil des Osteuropa-Instituts

Die Forschung am Osteuropa-Institut hat die Gebiete Osteuropa, Ostmitteleuropa und Südosteuropa zum Gegenstand. Das betrifft zum einen die historische, kulturelle, politische und ökonomische Genese und aktuelle Definition dieser Region. In vergleichender, interregionaler und transkultureller Perspektive werden Differenzen und Gemeinsamkeiten besonders im Verhältnis zu Westeuropa untersucht. Zum anderen widmet sich die Forschung am Osteuropainstitut den innerregionalen Spezifika einzelner, politisch, kulturell oder wirtschaftlich definierter Teilregionen. Auch hier sind vergleichende Aspekte von besonderer Relevanz.

 



 

Das interdisziplinäre  Forschungsprofil des Instituts basiert auf einer Struktur von sechs einzelfachlich definierten Professuren: Geschichtswissenschaft, Kulturwissenschaft, Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft, Soziologie und Wirtschaftswissenschaft.  Diese Professuren sind  zugleich mit Lehrstühlen in den ihre jeweiligen Disziplinen integrierenden Instituten und Fachbereichen vertreten (Friedrich-Meinecke-Institut für Geschichtswissenschaften am Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften, Peter-Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft am Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften, Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft und Institut für Soziologie am Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften, Fachbereich Wirtschaftswissenschaft, Fachbereich Rechtswissenschaft). Forschungsprojekte der Professuren stützen sich innerhalb der Freien Universität auf Kooperationen sowohl auf Fachbereichsebene als auch auf der regionalwissenschaftlichen Zentralinstitutsebene. Das Osteuropa-Institut ist mit einer Reihe von Projekten in nationalen und internationalen Forschungsverbünden integriert.

Für alle am Osteuropainstitut vertretenen Abteilungen gilt, dass sie ihre Forschungen sowohl unter historisch-diachroner Perspektive als auch gegenwartsbezogen betreiben. Was den ersten Aspekt betrifft, so stehen hier v.a. Fragen der historisch variablen Fremd- und Selbstdefinition Osteuropas im Mittelpunkt. Forschungsgegenstand ist die Herausbildung eines als "osteuropäisch" markierten Raums seit der Aufklärung in seinen epochenspezifischen, veränderlichen geopolitischen und geokulturellen Formaten unter Berücksichtigung makro- und mikrohistorischer Faktoren dieses Prozesses. (Eine diachrone Tiefenperspektive auf mittelalterliche und frühneuzeitliche Polarisierungen des europäischen Zivilisationsraums, Folgeerscheinungen der Teilung Europas in  weströmische und oströmische bzw. lateinisch-katholische und byzantinisch-orthodoxe Hemisphären, grundiert solche Untersuchungen.) Das betrifft die Polarisierungen Europas vor dem Hintergrund der Industrialisierungs- und Modernisierungsgeschichte des 19. Jahrhunderts und der Revolutionen des 20. Jahrhunderts. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der europäischen Ost-/West-Zäsur in der Weltordnung nach dem Zweiten Weltkrieg.

Die gegenwartsbezogene Forschung untersucht in erster Linie die Entwicklungstendenzen Osteuropas nach dem Zerfall der Sowjetunion bzw. des von ihr dominierten Raums. Was derzeit noch primär, im Fremd- und im Selbstverständnis der heutigen osteuropäischen Nationen, Ethnien und Gesellschaften, durch die Akzentuierung eines "postkommunistischen" Osteuropa gefasst wird, also in negativer und befreiender Abgrenzung von einem über mehrere Dekaden vorherrschenden, durch die ideologischen Innen- und Außenfronten des Kalten Kriegs geprägten sowjetischen Hegemonialbereich, verschiebt sich dabei zunehmend in alternative und positive Definitionsmodelle. Diese umfassen ein weites Spektrum konkurrierender Programme zwischen national/ethnisch-separationistischen, gesamteuropäisch-integrationistischen und globalistischen Konzepten.

Geschichtswissenschaft

In den Geschichtswissenschaften konzentriert sich die Forschung auf den südosteuropäischen, den ostmitteleuropäischen und den russischen/sowjetischen Raum.

Die Geschichte Ostmitteleuropas (Prof. Gertrud Pickhan) wird unter Berücksichtigung der vormodernen Herausbildung dieser multiethnisch geprägten Kulturlandschaft  schwerpunktmäßig ebenfalls für das 19. und 20. Jahrhundert untersucht. Pluralität und Diversität und die daraus erwachsenden interkulturellen Kontakte wie Konflikte sind Gegenstand verschiedener Projekte, wobei hier ein besonderer Schwerpunkt auf der Geschichte der ost- und ostmitteleuropäischen Judenheiten und ihrer Verflechtungen mit dem jeweiligen gentilen Umfeld liegt. Weitere Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte der Alltagskulturen im sowjetischen Herrschaftsbereich und die Geschichte Polens unter soziokulturellen Aspekten.
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Kultur

In der Abteilung Kultur (Prof. Georg Witte) werden semiotische, wissens- und mediengeschichtliche Aspekte der osteuropäischen Kulturen untersucht. Der Schwerpunkt der Forschungen liegt auf den Manifestations- und Artikulationsformen kulturellen Bewusstseins in künstlerischen Medien (Literatur, bildende Kunst, Film, Performance), dies sowohl in kunstsoziologischer Hinsicht ("Samizdat", inoffizielle Milieus) als auch unter kunstsemiotischen und ästhetiktheoretischen Aspekten. Hauptfokus ist Russland –mit vergleichenden Perspektiven auf Polen, Tschechien und die Ukraine.
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Politik

Die Abteilung Politik (Prof. Klaus Segbers) erforscht unter transregionaler Perspektive, und unter neo-institutionalistischen Ansatz, den Wandel politischer Systeme und politischer Steuerung.  Berücksichtigt werden dabei sowohl pfadabhängige Aspekte (legacies) als auch globale Kontexte. Dabei beschränkt sich das Interesse nicht auf „demokratische“ Endzustände solcher Transformationsprozesse, sondern greift weiter und zielt auf den Wandel politischer Regulation generell. Ein weiteres  Arbeitsfeld betrifft globale Kontextualisierungen ehemals sowjetisierter Gesellschaften mit inter- und transnationalem Regime.
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Soziologie

In der Soziologie (Prof. Dr. Katharina Bluhm) werden der soziale und institutionelle Wandel der post-sozialistischen Gesellschaften mit dem Schwerpunkt auf dem Spannungsfeld von Wirtschaft und Gesellschaft untersucht. Zu den aktuellen Forschungsfeldern gehören die neuen Varianten des Kapitalismus in Ostmittel- und Osteuropa, Wirtschaftseliten im internationalen Vergleich, Arbeitsbeziehungen, Arbeitsmarkt und Ungleichheit, Altersdiskriminierung in Europa, Arbeitsmigration.
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Wirtschaft

In den Forschungsarbeiten der Abteilung Wirtschaft (Prof. Wolfram Schrettl) werden Wachstumsfaktoren in regionaler und transregionaler Perspektiven analysiert, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der länderübergreifenden Verbreitung von wirtschaftsrelevantem Wissen („Spillovers“). Aus einer mehr grundsätzlichen Perspektive wird nach den Motiven hinter der Generierung neuen Wissens geforscht (Verhältnis von „intrinsischer" und „extrinsischer“, i.e. primär monetärer Motivation, Aktualisierung von Spielfaktoren in 'offener' Software). Spezifische Aufmerksamkeit gilt dem Prozess der Integration des postsowjetischen Osteuropa in weltwirtschaftliche Prozesse (mit einem Schwerpunkt auf der Russischen Föderation).
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Laufende Forschungsprojekte:


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Ankündigungen

Stipendienausschreibung

Stipendien für Sommersprachkurse an polnischen Hochschulen im Sommer 2013

MOOC: "E-(x)cite. The game of social research"

Helft uns diesen Kurs umzusetzen - Votet hier.

Vortragsreihe im Bereich Soziologie

im Rahmen des Master- und Forschungskolloquiums


Termine

Oksana Shmulyar Gréen (Universität Gøteborg)

Russian Entrepreneurs in the Russian Version of Capitalism - Legacies and the Paradoxes
07.05.2013, 18:00 - 20:00 Uhr

Anke Zalivako - Das Narkomfin-Kommunehaus in Moskau

08.05.2013, 16:00 Uhr
 

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Stand: 27.09.2012

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